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 Gestatten, mein Name ist Wusel, Teddy Wusel. Ich bin im Juli 2000 nach Berlin umgezogen. Ursprünglich komme ich aus der Nähe von Hannover, wo ich im Auftrage freigekauft wurde, zusammen mit vielen anderen
Leidensgefährten. Dort hatte man uns völlig vernachlässigt, mich am meisten. Ich habe eine völlig gesplitterte Vorderpfote, die weder Fell noch Fleisch drüber hat und
obendrein völlig vereitert und geschwollen ist, unzählige Beißspuren am ganzen Körper, ein zerfleddertes Ohr, weil mir jemand die Pelzermarke rausgerissen hat, mir
fehlt Fell auf der Nase und von den seelischen Schäden gar nicht zu reden.
Ich wurde gesund gepflegt, und mir ging’s noch echt mies, hatte Schmerzen ohne
Ende, aber als ich Kerstin sah, die gerade bei meiner Retterin zu Besuch war, konnte ich mich nicht mehr zurückhalten. Ich vergaß
komplett meine Ängstlichkeit und meine schlechten Erfahrungen und setzte mich einfach ganz still und lieb auf ihren Arm und ließ mich
-das erste Mal in meinem Leben- so richtig verwöhnen. Man, war das toll!
Wußte gar nicht, dass Streicheln und Kuscheln sooo schön sein kann! Meine Retterin war ganz hin
und weg, als sie uns sah. Naja, und schließlich meinte sie, wir wären so unzertrennlich, sie müsste mich einfach mit zu Kerstin geben. Freude!
Kerstin zögerte ja auch noch, weil zu Hause schon ein Böckchen sitzt, aber ich habe ihr im Sturm den Kopf verdreht. Man, hat die immer geheult, wenn sie mich sah! So gerührt war sie.
Ich erholte mich, Dank der Zuwendung von meiner Retterin und ihr zusehens, hatte - als Kerstin bei
meiner Retterin zu Besuch war und ich noch so sehr verletzt war- sogar schon meinen ersten kleinen Auslauf in meinem Leben gehabt
und bin wirklich 3 Stunden lang auf der Couch von meiner Retterin zu Kerstin und zurückgerannt und habe gequietscht vor Vergnügen.
Völlig erschossen bin ich dann neben Kerstin eingeschlafen, alle Viere von mir gestreckt auf der Seite habe ich dann vom
Schlaraffenleben eines glücklichen Chinchillas geträumt. Schön wäre ja, wenn noch jemand rausbekommen könnte, wie alt ich
überhaupt bin, aber ich denke, mein Geburtstag wird eh der Tag sein, an dem man mich befreit hat.
Teddy Wusel
PS: Warum man mich Teddy Wusel nennt? Ganz einfach. Ich sehe aus wie Teddy und hoppele rum wie Wusel.
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Das Tagebuch des Teddy Wusel - Die ersten Tage nach seiner Befreiung
03.06.2000 Über meine wahre Herkunft mag ich nicht mehr reden, zu schlimm habe ich diese in Erinnerung. Ich
wurde vernachlässigt, habe schwere Bissverletzungen davongetragen, eine schwer verletzte Vorderpfote mit einem offenen, gesplitterten, vereiterten Knochenbruch, die Pelzermarke im Ohr hat
man mir gewaltsam rausgerissen, ich bin abgemagert bis auf die Knochen, mir fehlt Fell auf der Nase,
mein Kreislauf und der Mineralstoffhaushalt ist am Ende. Ich bin aus der Hölle befreit worden, nun kann es eigentlich nur noch besser werden.
Die Frau, die mich erst einmal aufgenommen hat, ist sehr nett zu mir. Auch wenn sie mir weh tun muss, weil sie meine Wunden
behandelt, merke ich, dass sie gut zu mir ist. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich einen Käfig für mich alleine, muss nicht mehr
diese Attacken des alten trächtigen Weibchens ertragen. Was ich klarstellen muss, ich bin nicht der Vater, dazu bin ich noch viel zu klein. Sie meint, ich wäre so ca. 6 Monate alt.
10.06.2000
Wer ist denn die, die meine Pflegemama besucht? Endlich wurde jemand auf mich aufmerksam! Sie redete ganz sanft zu mir,
streichelte mich. Oh, ist das schön!!! Bekomme ich davon noch mehr? Ich nahm all meinen Mut zusammen und blieb ganz still auf
Kerstin`s Arm sitzen. Tut meiner geschundenen Seele das gut!!! Kann ich nicht bei ihr bleiben? Sie hat schon ein Böckchen, ich muss
also ganze Überzeugungsarbeit leisten. Obwohl, wenn ich sie mir so anschaue, hat sie sich eh schon für mich entschieden. Gegen
Liebe auf den ersten Blick kann man nichts machen. Kerstin muss ständig heulen, wenn sie mich sieht, zu sehr tut ihr alles leid, was mit
mir passiert ist. Naja, alte Erinnerungen an ihren verstorbenen Max werden wieder wach, der auch vom Pelzer kam, aber nicht so schwer verletzt war.
11.06.2000
Kerstin kam ins Wohnzimmer und ich humpelte ihr schon entgegen, so sehr freute ich mich, sie zu sehen. Kerstin, ich will zu Dir, siehst Du nicht mein Flehen in meinen Augen?
12.06.2000
Mein erster Auslauf meines Lebens! Zugegeben, ich humple noch ganz schön doll, habe ja noch große Schmerzen, aber das konnte mich nicht vom Springen über die
Couch abhalten. Ich bin von Kerstin zu meiner Pflegemama und wieder zurückgerannt, immer wieder, bis ich völlig erschöpft und glücklich neben Kerstin auf der Seite eingeschlafen bin. War das schön!
Meine Pflegemama hat ihr angeboten, mich erst einmal richtig gesund zu pflegen und dann, ja dann holt sie mich zu sich. Man, ich
habe Freudensprünge gemacht, als ich das hörte. Bei ihr soll es ja sein wie im Chinchillaschlaraffenland. Jetzt kann ich gar nicht schnell
genug gesund werden. Ich finde es super, dass sie jeden Tag nach mir fragt. Ich vermisse Kerstin so sehr, dass ich immer an die
Seite der Couch schaue, wo sie immer saß, aber ich weiß ja, dass sie mich bald holen kommt.
16.06.2000 Ich werde berühmt, ist das ein Wahnsinn!!!
Kerstin hat meine Geschichte an zooplus gemailt und die haben ihn veröffentlicht. Man, bin ich stolz!!!
21.06.2000
Also gestern war hier ja was los, man, da war ich die Nacht ja so richtig fertig. Alles fing früh morgens schon an, wollte eigentlich gerade zu Bett gehen, aber dann...
Nach einiger Zeit nahm mich meine Pflegemama dann aus dem Käfig und stopfte mich in so eine winzige Plastikbüchse, ätzend und
danach fuhren wir mit dem Auto, da bekam ich es gewaltig mit der Angst, wußte ja nicht, wohin das gehen sollte. Als wir ausstiegen,
konnte ich sehen, dass die Katze auch dabei war. Wir gingen in einen Raum und da bekam ich dann richtig Angst, da war ein großer
Mann und eine fremde Frau. Der Mann griff nach mir und untersuchte meine linke, verletzte Hand, dann drückte er mir, wie meine
Pflegemama schon zuvor, so eine weißgelbliche Masse heraus und machte die Haut darüber ganz weg, ich hatte vielleicht Panik,
versuchte wegzulaufen, aber dann hielt mich meine Pflegemama und ich wurde ruhiger, die hat mir ja noch nie was Schlimmes getan.
Die Katze wurde später auch noch untersucht, die bekam auch zwei Spritzen und geschrien hat die, ich war da viel tapferer, ich habe
keinen Ton von mir gegeben, den Triumph gönnte ich dem Mann nicht. Er hat mir zum Schluss eine Salbe und einen Verband
gemacht, das wollte ich wieder loswerden, aber es tat meiner Aua-Hand so gut, deshalb habe ich ihn dran gelassen. Am Nachmittag
dann gab meine Pflegemama mir was getrocknetes Grünes und am Abend etwas schrumpelig süßes, war beides nicht schlecht, nur
etwas ungewohnt, ach ja, einen Brief von meiner Freundin Kerstin hat sie mir auch vorgelesen und ein Haferkissen habe ich auch noch
gekriegt. Ich habe mich ja schon gefreut, aber Kerstin ist ja leider nicht da gewesen, ich suche sie gelegentlich auf dem erhöhten Sitzplatz im Wohnzimmer, aber nie ist sie da, ich vermisse sie ein wenig.
24.06.2000 Gerade hat mein neues Frauchen an meine Pflegemama eine Mail geschickt mit einem Fotos meines neues Zuhauses. Also, ich bin
mächtig glücklich, hatte ich doch noch nie in meinem bisherigen Leben einen solch schönen großen Käfig.
Mein offener Bruch eitert zwar noch immer, aber es ist schon weniger geworden. Pflegemamas Tierarzt hat nun endlich die Salbe
gefunden, auf die ich anschlage. Aber hatte ich Angst, als ich mit dem Auto zum Tierarzt gefahren wurde!!! Ich dachte, die bringen mich
jetzt wieder zurück nach Hannover. Habe die ganze Fahrt aufgepasst, wo mich meine Pflegemama hinfährt, zum Glück nur zum Tierarzt!
06.07.2000
Hurra, Kerstin ist da!!! War das eine Überraschung, traute meinen Augen kaum, doch sie hat ihr Versprechen wahr gemacht und holt
mich - mit einem Zwischenaufenthalt bei Sandra - nach Hause. Ich bin erst mal durch meinen Käfig vor Freude gesprungen, das könnt Ihr Euch bestimmt vorstellen.
08.07.2000
Heute ging’s über die Autobahn zum Zwischenstop bei Sandra und dort hatte ich Gelegenheit, ihr Wohnzimmer völlig zu verwüsten. Erst
mal habe ich alle meine Späne aus dem Käfig entsorgt und auf die Erde geschmissen, hinterher flog das Heu, dann habe ich meinen
Fressnapf umgedreht, weil ich mich so besser drauf setzen konnte, nur hatte ich dann Hunger und fand meine Pellets nicht mehr. Aber
hier gab es ja Hagebutten. Wow, kannte ich noch gar nicht. Waren aber mächtig lecker.
Dann durfte ich durchs Wohnzimmer fegen. Man, das war ne Spielwiese!!! Sandras Chinnies durften hier noch nie laufen, hat sie mir
verraten. Was für eine Ehre, aber auch kein Wunder, mich wollte die auch gleich behalten. Vergaß über mich ihre schwangere
Chinni-Dame, ihr Chinni-Schaf und all die anderen. Könnt Ihr Euch das vorstellen? Ich habe dem Mädel den Kopf verdreht. Ich rannte ne
ganze Stunde durchs Zimmer, hinter mir jagte Sandra mit Fotoapparat hinterher und Sascha habe ich von seinem Lieblingsplatz auf der
Couch vertrieben, war doch so schön warm angewärmt. Irgendwann dann bin ich unter`m Sessel eingepennt, völlig fertig war ich. Habe
mich auf die Seite geschmissen und Sandra stand vor mir und quietschte nur noch: "Man, ist der süüüüß!!!" Leute, geht’s mir gut!!!
09.07.2000
Ich bin zu Hause angekommen. Auf der Fahrt habe ich noch ordentlich meinen Käfig durchgepflügt und mich unter Heu und Spreu
schlafen gelegt. Die Sonne schien mir auf den Pelz, so hat mir auch das Rasen über die Autobahn Spaß gemacht. Kerstin hat mich nur
ständig wachgerüttelt, wenn ich ne Stunde keinen Laut von mir gegeben habe, ob ich denn noch lebe. Man, ich war glücklich und müde, Kerstin!
Nun bin ich neben Bengee eingezogen. Ich war so kaputt, dass ich mein erstes eigenes neues Zuhause noch gar nicht richtig
angeschaut habe. Bengee habe ich auch schon gesehen. Der war echt nett zu mir, ich auch zu ihm. Wir haben uns beide
angeschnuppert durch die Gitterstäbe und waren ganz aufgeregt, aber keiner von uns hat auch nur "piep" gesagt. Bengee lief ganz
aufgeregt durch seine Wohnung, ich war dazu zu müde. Ich habe eine Badewanne entdeckt...war das schön zu baden! Dann strahlte
ich dieses riesige großes Holzhaus an, welches ich ohne zu überlegen in Beschlag nahm und nun schlief ich erst mal paar Stunden.
Kerstin hat mir erzählt, dass Bengee schon laufen durfte und sich auf den Hocker gesetzt hat, um in meine Wohnung zu schauen. Er hat
mich beim Schlafen beobachtet. Als Bengee wieder wach wurde, war sein erster Weg wieder auf das Brett, von dem aus er in mein
Schlafzimmer schauen kann und er hat nachgeschaut, ob ich noch da bin. Ist der nicht süß, richtig besorgt? Ich hatte noch nie solch
einen lieben großen “Bruder”. Schön wär’s ja, wenn wir uns richtig toll anfreunden könnten.
Und Fanpost habe ich schon bekommen: Danke schön, Angi, für die süße Karte, die lieben Grüße und die Leckereien. Auf diese
Apfelchips stehe ich ja, die hat mir Kerstin schon mitgebracht, als sie mich von meiner Pflegemama holte. Die sind echt toll.
10.07.2000 Nachdem Bengee ja immer wieder ganz aufgeregt in seinem Käfig rumläuft und nach mir schaut, wenn ich mich auch nur mal im Schlaf
umdrehe, scheint er doch mir gegenüber recht friedlich zu sein: Er hat mich noch nicht angefaucht, er ist nur so schrecklich neugierig,
was ich tue. Ich war gestern jedoch so müde, dass mich das nicht weiter interessiert hat. Um 21.00 Uhr bin ich aufgewacht und musste
feststellen, dass ich noch nicht einmal klettern konnte. Oh man, wie haben die mich nur bisher gehalten!!! Ich bin die Bretter hochgekrochen
, was aber auch funktionierte. Die Nacht verlief ruhig. Kerstin ließ uns ein Licht an und schlief bei uns im Wohnzimmer.
Ab und zu wachte ich auf und registrierte so langsam, dass sie immer noch bei mir war und auch dieses riesige Käfig nun ganz mir gehört. Ich finde es super hier!
Heute Vormittag hat auch Bengee registriert, dass ich nichts von ihm will, er legte sich ganz friedlich in die kleinste äußerste Ecke
seines Käfigs und hat geschlafen, genau wie ich. Er wacht zwar immer noch über meine kleinste Bewegung, bellt aber immer noch
nicht. Vorhin hatte ich eine ausgedehnte Schmusestunde mit Kerstin, allerdings im Käfig, ich habe mich noch nicht rausgetraut. Sie hat
mich unterm Kopf und am Bauch gekrault, das hätte stundenlang so weitergehen können. Ich fand es Klasse. Anschließend -mit
meinem Geruch an ihrer Hand- hat sie Bengee gekrault. Und da sagt sie immer, er hält nicht still?! Ich schätze, er wird ein Schmusechin, sah ganz so aus.
11.07.2000
Ich hatte einen riesig spannenden Tag. Kerstin bekam heute Besuch von ihren Eltern. Naja, die wollten mich unbedingt sehen, grins,
und waren begeistert, lies ich mich doch von ihnen auf Kerstins Arm streicheln. Abends dann durfte Bengee laufen und kam an meinen
Käfig und beschnupperte mich. Wir beide sagten nicht mal "pieps", waren ganz lieb und friedlich und stupsten uns nur gegenseitig in
die Nasen, aber nicht bösartig!!! Ich glaube, wir haben beide Angst, weil wir ja beide auf schlechte Erfahrungen zurückblicken müssen.
Bengee war ganz irritiert, als ich einfach schlafen ging und ihn so stehen lies...
Ich durfte nach Bengee laufen. Heute traute ich mich, das gesamte Wohnzimmer anzuschauen. War das großartig! Es dauerte nicht
lange, da sprang ich einem Känguru gleich durch das gesamte Zimmer und hinter mir her jagte Kerstin mit ihrem neuen Fotoapparat. Ich
war aber immer schneller, ätsch. Bengee -während dessen in seinem Käfig- quietschte vor Vergnügen und sprang aufgeregt durch seinen Käfig. Ich hatte den Eindruck, er freut sich für mich.
Tja, das war mein Tag. Nun liege ich -platt wie eine Flunder- in meinem Käfig und träume in den schönsten Chinchillaträumen.
22.07.2000
So langsam habe ich mir hier eingelebt. Mir geht’s so gut, dass ich von Tag zu Tag immer frecher und mutiger werde. Ich springe wie
ein Känguru durchs Wohnzimmer; wir haben getrennten Auslauf. Mein neuestes Hobby ist folgendes: Ich köttel mir ja die ganzen
Sitzbretter voll, sieht nicht so toll aus. Aber wenn man anschließend mit dem Schwanz die Sitzbretter abfegt und die Köttel so nach
draußen befördert, hat man es wieder schön sauber auf den Brettern. Allerdings findet es Kerstin nicht so lustig, muss sie doch täglich bei uns saugen.
Und dann bin ich schon ein guter Schauspieler geworden. Ich war ein richtiges liebes Streicheltier, als ich vor 1 1/2 Wochen hier
einzog. Mittlerweile entpuppe ich mich jedoch als ein unheimlich intelligentes und schnell lernendes Chinchilla, sagt Kerstin. Habe ich
doch von Bengee abgeguckt, dass man nach dem Auslauf von alleine wieder in den Käfig zurück hopst. Super, wie sich Kerstin freute.
Bengee sitzt gerne auf dem Computerstuhl auf der Lehne (S. Schnappschussseite) und schläft dort, ich mache das nach. Bengee
knabbert gerne Papier an, ich mache das jetzt nach. Bengee sprang gestern vom Stuhl auf die Tastatur, auf den Scanner, auf die
Schrankwand und grinste Kerstin von dort frech an, was ich machte, als ich rumlief, muss ich wohl jetzt nicht mehr erwähnen...Bengee
wollte gestern nicht mehr zurück in den Käfig, ich zog dieselbe Show ab...Zum Glück nimmt es Kerstin mit Humor. Sie ist halt doch ne liebe!
02.08.2000
Ich bin ein Experte im Klettern geworden, wie Ihr an den Fotos wieder mal erkennen könnt. Hey, ich hänge echt am oberen Gitter
runter. Ist das nicht irre? Das ist vielleicht ein Feeling, wenn man dann noch die Beine baumeln lassen kann... Bengee schüttelt nur noch den Kopf darüber, was ich mir immer so alles ausdenke.
Ich habe auch schon viel zugenommen. Bei meiner Pflegemama wog ich 475g, gestern wog ich schon 520g. Naja, ich fress ja auch immer meinen Napf leer, Sport braucht halt seine Energie.
November 2000 Bengee mag mich, nur mit ihm zusammen laufen darf ich nicht. Soweit geht seine Freundschaft dann doch nicht. Vielleicht ist unser
Frauchen aber auch nur zu ängstlich, naja, ich auch, denn Bengee hat sein Revier verteidigt und mich natürlich mal gebissen. Da ich
aber was Bisse angeht hyperschlechte Erfahrungen gemacht habe, ist Kerstin gleich dazwischen gegangen. So laufen wir eben
nacheinander, was uns beiden -glaube ich- letztendlich mehr Spaß einbringt, denn nun quietschen wir vor Vergnügen.
Ich find’s toll hier. So langsam verschwinden auch meine Albträume und ich muss keine Angst mehr haben, aufzuwachen und Kerstin ist nicht mehr da. Das ist schön.
24.12.2000
Mein erstes Weihnachtsfest. Kerstin hat einen schönen Tannenbaum aufgestellt, den ich mir gleich mal anschauen musste. So etwas großes grünes habe ich noch
nie gesehen. Gefällt mir gut, leuchtet so schön. Ich habe auch was geschenkt bekommen: Eine supergroße Knabberstange, viele neue
Äste zum Spielen und Knabbern und einen besonders langen Auslauf. Leute, ich bin ja sooo glücklich!
 Teddy Wusels Weihnachtsgeschichte
Ich möchte Euch von meinem besonders langem Auslauf berichten. Da Bengee ja oft eifersüchtig ist, hat mich Kerstin mit in den Korridor genommen,
wo mich Bengee nicht sehen kann. Dort durfte ich noch ne große Runde extra laufen. Man, das war schön. Ich bin gesprungen vor Freude, ich habe
gequietscht vor Vergnügen, ich bin auf Kerstin rumgehopst, ihr auf den Kopf in die Haare gesprungen, die Garderobe erkundet...und vieles mehr.
Habt Ihr schon mal solch riesige Schuhe gesehen? Wow, das war neu für mich. Die musste ich gleich ganz gründlich untersuchen. Geschmeckt haben
sie prima, aber Kerstin hat mich immer verscheucht. Sie meinte, das würde nicht so toll aussehen.
Die Garderobe war ein toller Spielplatz. Da lagen viele weiche und kuschelige Tücher rum, in denen man sich ganz irre verstecken konnte.
Irgendwann bin ich vor lauter Müdigkeit in mitten der weichen Tücher eingeschlafen, bis mich Kerstin
aus meinen süßen Träumen geweckt hat.
Ich fand es super, dass sie nicht einmal mit mir geschimpft hat, als ich versuchte, die Tapete
anzunagen. Sie hat sich vielmehr so sehr gefreut, dass ich so viel Spaß hatte. Ich konnte auch echt kein Ende finden. Mir sind zwischendurch echt immer wieder die Augen zugefallen.
Als mich Kerstin nach über einer Stunde intensivstem Toben wieder in den Käfig zurückbrachte, schaffte ich gerade noch so den Weg aufs Brett und streckte glücklich alle Viere von mir.
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Zahnprobleme – einmal ohne die wirklich typischen Anzeichen
Teddy Wusel, ein aufgeweckter und äußerst fleißiger 800g schwerer Äste-Zerkleinerer mochte eines
Tages keine Pellets mehr fressen. Ein paar Tage dachte ich mir nichts dabei, fraß er doch ausreichend Heu, Kräuter und nagte seine Äste klein. Zahnprobleme? Nee! Kein Sabbern, kein Fallen lassen der
Nahrung, kein Augen tränen... Eines Tages kam leichter Durchfall. Der blieb für einen Tag, verschwand von alleine, bis er nach paar Tagen wieder kehrte – wieder für einen Tag. Lag es am frischen Apfel?
Apfel weggelassen, Durchfall blieb weg. Nun tränte das linke Auge. Zug bekommen? Unmöglich. Nach 2 Tagen war das Auge wieder ok. Aha, vermutlich Sandkorn ins Auge bekommen. Nach paar Tagen tränte
das andere Auge. Langsam wurde es mir komisch. Da auch der 1-Tages-Durchfall wiederkehrte, ließ ich eine komplette Kotuntersuchung machen. Eine andere Sorte Pellets wurde von ihm angenommen – für
ein paar Tage. Mittlerweile wiegt Teddy nur noch 753g. 15.12. 2004: Ergebnis der Kotuntersuchung: Klebsiella pneumoniea in geringer Menge – keinesfalls Auslöser seiner Beschwerden, also für Samstag,
18.12.2004 Tierarztbesuch beim Chin-Spezi vereinbart. Samstag Nachmittag fängt Teddy wieder an, an Ästen zu nagen. Zahnprobleme?
Unser Chin-Spezi untersuchte Teddy und vemutete Zahnprobleme, die aber genau nur unter Narkose erkennbar sind. Gleichzeitig sah
er einen Abszess. Also Medikament zur Desinfektion des Abszesses verabreicht und mitgegeben und Termin für OP am Montag
ausgemacht, weil der Chin-Spezi nicht täglich Dienst hat. Sonntag, 19.12.2004 stellte Teddy das Fressen ein, musste von mir mit Baby-Brei gefüttert werden.
Montag, 20.12.2004
14.00 Uhr, OP, Gewicht nur noch 704g , Gasnarkose, und dann die große Überraschung! Das Zahnfleisch an den linken unteren
Backenzähnen völlig blutunterlaufen, entzündet und geschwollen, mehrere Zahnspitzen. Die Zunge war geschwollen, sie hatte
überhaupt keinen Platz mehr zwischen den Zähnen. Am Backenzahn des rechten Oberkiefers bohrte sich eine Zahnspitze in Richtung
Auge. Ich konnte es mir selbst anschauen und war entsetzt. Im Wartezimmer machte ich mir Vorwürfe, etwas übersehen zu haben, nicht
rechtzeitig reagiert zu haben. Teddy hatte immer mal eine Phase, in der er einfach keine Pellets fressen mochte. Da er aber wie ein
Weltmeister und besser wie jeder Biber bis Stunden vor Tierarztbesuch seine Äste zerlegte, kam ich ehrlich gesagt nicht so schnell auf Zahnprobleme.
Teddys Zahnspitzen wurden entfernt. Es gab eine entzündungshemmende Spritze und eine Schmerzspritze. Langsam kam er nach der
Narkose wieder zu sich. Nun wurde die Behandlung der nächsten Tage durchgesprochen:
3x täglich antibiotische Salbe ins Auge 3x täglich antibiotische Salbe auf die wunden Stellen im Mundraum
1x täglich für die nächsten 5 Tage Schmerzmittel in flüssiger Form zur oralen Einnahme abends eine halbe Tube Bird Bene Bac zur Aufbau der Darmflora, die durch das Antibiotikum zerstört wird
Critical Care (Aufbaunahrung) unterstützend, bis er ausreichend selbständig frisst
Der Tierarzt vermutet als Auslöser eine Verletzung des Zahnfleisches – vielleicht beim Äste nagen passiert – dadurch nicht mehr ausreichend genug genagt und so haben sich die Zahnspitzen bilden können.
15.30 Uhr. Wir machen Zwischenstation bei meinen Eltern, da sie nur 20 Minuten von der Klinik entfernt wohnen, ich dagegen benötige
durch den Berliner Feierabendstauverkehr gute 60-90 Minuten. Während der Fahrt hat er in seiner Box geschlafen. So gegen 16.30 Uhr
wurde Teddy etwas munter, nahm mir ein wenig Brei aus der Spritze ab und schlief weiter. 30 Minuten später war er wieder voll da.
„Was mach ich hier in der Box? Lasst mich raus!“, mochte er gesagt haben. Seine Vorderzähne verbissen sich im Gitter der Box und er
rüttelte aus Leibeskräften. So ein Pech, die Tür ging nicht auf. Selbst fressen wollte er nichts, keinen Halm, keine Kräuter. Ich bereitete
ihm das Critical Care zu. Mit warmen Wasser zubereitet riecht es wirklich wie Sommerwiese. Nur leider war der Geruch nicht Teddys
Geschmack. In den nächsten Minuten wurde Teddy in seiner Box immer wütender. Er rüttelte mit einer Kraft am Gitter...erstaunlich. Ich
hatte mir nicht vorstellen können, welche Power ein Tier kurze Zeit danach schon wieder hat. Aber wie geht jetzt Futter ins Tier rein?
Festhalten und mit „Gewalt“? Nö. Ich nutzte einfach sein Verbeißen am Gitter und spritze ihm in der Sekunde etwas Brei in das geöffnete
Mäulchen. Ich glaub, der war völlig überrumpelt, wie schnell sein Magen voll wurde und die Spritze leer... Nun gabs als „Nachtisch“
quasi noch seine Medikamente und völlig ausgepowert legte er sich schlafen. Die Fahrt nach Hause verschlief er.
Zuhause angekommen, gut ausgeruht und voller neuem Tatendrang ging sein „Zirkus“ am Gitter weiter. Wie praktisch, denn nun gabs
geriebenen Apfel und Kräuter ins Mäulchen und wieder hat es mein Teddy nicht wirklich realisiert. Nach kurzer Zeit probierte er einen
Heuhalm. Ich bot ihm ein Stücken Zwieback an, eigentlich mehr aus Neugierde, was denn schon wieder ging.(Erklärung: Zwieback
gehört nicht wirklich auf den Speiseplan eines Chinchillas, es war eine Ausnahme!) Mampf, der war nach Teddys Geschmack.
Irgendwie bin ich dann neben ihm auf der Couch eingeschlafen...schnarch... Gegen 22.30 Uhr hat mich Teddy geweckt. Er war
derweilen sooo munter, dass ich befürchtete, er randaliert so lange, bis er mit der Transportbox von der Couch fällt. Also entschloss ich
mich – gegen den Rat des Docs, Teddy in seine Voliere zu setzen. Vorher entfernte ich jedoch noch das Sandbad wegen seinem
Auge. Ich glaub, Teddy war sehr dankbar, wieder in seinem Käfig sitzen zu dürfen. Er machte einen Rundgang, schaute, ob noch alles
an seinem Platz steht, ging in sein Haus, streckte seine 4 Pfötchen von sich und schlief entspannt ein.
Dienstag, 21.12.2004
Teddy hat nichts über Nacht gefressen, somit gabs zum Frühstück (morgens um 5 Uhr) 5ml Critical Care. "Pfui, das schmeckt mir doch
nicht, Frauchen, aber weil du es bist..." und Teddy mampfte es tapfer weg. Bauch war voll, nun gabs die schon bekannten
Medikamente der Reihe nach verabreicht, danach wurde wieder die fehlende Sandwanne gesucht und nicht gefunden...dann ging er schlafen und ich zur Arbeit.
Mittags stellte ich fest, wieder nix gefressen. Somit gabs das alt bekannte Ritual mit Critical Care. Naja, außerdem gabs noch die
Medikamente. Erstaunlich immer wieder, dass er gerade am Auge am meisten still hält. Die Salbe muss ihm gut tun.
Nach der abendlichen Medikamentenverabreichung gings zum Tierarzt, Schmerzspritze abholen. Der Tierarzt war zufrieden mit ihm,
alles im grünen Bereich. Normal wäre, dass er nach 3-4 Tagen anfängt selbständig zu fressen, es tut ihm ja noch alles weh vom
Maulspreizer und der Behandlung. Die Verdauung - das rote Tuch - soooo kleine 2 Kötelchen (ca. 2mm) hab ich bei ihm noch nie
gesehen. Dafür pieselt er wie ein Weltmeister. Nach der Spritze wird Teddy immer müde, hat im Auto nur geschlafen, aber nach ca. 1,5
Stunden wurde er schlagartig munter. Dann randalierte er in der Box und das war dann wieder mein Signal für Critical Care, denn so
wütend, wie er in die Gitter beißt, kriegt er gar nicht mit, dass ich mit der Spritze ins Mäulchen ziele, Teddy schluckt nur noch.
Praktischer geht’s nicht. Eine Stunde später nagte er ca. 10 Hälmchen Heu weg.
Mittwoch, 22.12.2004
Über Nacht hat Teddy eine halbe Hand voll Heu gefressen und ein klitzeklein wenig von den Kräutern gefressen. Die Verdauung
funktionierte heute Morgen besser, Kötel waren 0,3cm groß, fest, dunkel. Getrunken hat er nichts, aber ich denke, durch das Critical
Care nimmt er genug Flüssigkeit auf. Teddy mag es flüssiger, als auf der Packungsbeilage angegeben. Zum Glück noch rechtzeitig
hab ich ein nicht ganz eingefahrenes bestes Stück entdeckt, war schon hellblau an der Spitze, sitzt aber jetzt wieder da, wo es
hingehört. Mittlerweile fehlen ihm seit OP am Montag nochmals 40g, er wiegt nur noch 665g! Auch wird er immer schlapper, macht sein
Mäulchen einfach nicht mehr auf, wenn ich mit der Critical Care Spritze komme, es geht nur noch mit "Gewalt" rein. Teddy knirscht sehr
doll und häufig mit den Zähnen, habe Angst, dass er nicht mehr will. Abends beim Tierarzt gibts außer Baytril noch eine Glukosespritze.
Teddy übernachtet heute in der Box, er ist zu schwach, sich zu wehren. Ich stelle mir nachts den Wecker, um ihm alles erdenkliche
anzubieten und bin froh über jede Kleinigkeit, die nicht gleich wieder ausgespuckt wird.
Donnerstag, 23.12.2004
Ich nehme Teddy mit auf Arbeit. Hatte einfach keine Ruhe, ihn zuhause zurück zu lassen. Morgens beim Füttern hing er wie ein
schlapper Sack auf dem Arm und lies sich das Critical Care einflößen. Habs diesmal mit Baby-Brei gemischt, hab das Gefühl, es
schmeckt etwas besser. Die meiste Zeit auf Arbeit hat er verschlafen, aber er bekam viele Streicheleinheiten und dankte es mir mit
leisen Quieken. Da das Auge nicht mehr tränte, hab ich die Augentropfen weggelassen und ihm sein Sandbad hingestellt. Die Freude
war riesig. Was macht man nicht alles für seine Chinchillas? Ja, man kann auch Leinsamen und Kräuter sooo klein hacken, dass sie durch die Spritze passen. Endlich scheint das Critical Care zu schmecken.
Freitag, 24.12.2004
Teddy dankt mir meine Fürsorge mit Gewichtszunahme: Er wiegt heute Abend 675g , 10g in 2 Tagen zugenommen. Schon komisch, weil es ihm Mittwoch und Donnerstag echt Scheiße ging,
aber ich freu mich riesig. Er frisst etwas Heu, ein paar getrocknete Blätter Brennessel, aber trotzdem gibts noch Critical Care Spritzen. Er fängt etwas an zu trinken und will abends plötzlich
Auslauf haben. Gerne, Teddy! Er flitzt fast wie früher durch das Wohnzimmer, versucht Sprünge, aber das klappt noch nicht so. Ich beschließe, ihn wie jede Nacht mit was auch immer zu
füttern, aber diesmal die morgentliche Critical Care Spritze wegzulassen. Nachts werde ich paar Mal wach, wenn Teddy anfing, am Heu zu nagen. Man, hab ich nen leichten Schlaf neben ihm!
Samstag, 25.12.2004 Morgens frisst er ca. 5 Blatt getrockneter Weide und wieder etwas Heu. Ich habe ein schlechtes
Gewissen, als ich auch die Mittagsspritze weglies. Abends dann fraß er wieder Heu, nahm mir 6 große getrocknete Brennesselblätter
ab. Ich vergewisserte mich bei Angi, ob Critical Care Spritze oder nicht. Angi meinte NEIN. Somit gabs also nur noch die letzte
Schmerzspritze und eine halbe Bird Bene Bac-Tube. Teddy genoss einen langen Auslauf und quiekte vor Vergnügen.
Sonntag, 26.12.2004
Teddy wiegt heute 671g . Ich denke, damit kann er leben, dafür, dass er sich eigenständig von Heu und Kräuter ernährt. Leider tränte
heute Abend das Auge wieder etwas. Als ich Salbe rein brachte, zuckte er weg. Hm, sonst hielt er immer sehr still dabei. Abends dann
hat er freiwillig seinen Futternapf geplündert: Kräuter, Leinsamen, Haferflocken. Komischerweise konnte er eine getrocknete
Mucki-Möhre knabbern, warum funktioniert das nur nicht mit Pellets? An den zweiten Auslauf nachts meint Teddy sich gewöhnen zu können.
Montag, 27.12.2004
Heute war ich Chinfutter shoppen: Diverses an Kräuter, verschiedene Sorten Heu, neue Sorten Brei... Irgendwas muss ja ins Tier rein.
Dachte mir, Pellets aufzulösen und mit Baby-Brei zu mischen und ab in den Käfig. Mal sehen, ob er es annimmt. Wer isst die Reste Brei? Frauchen! Teddy wiegt heute 679g.
Dienstag, 28.12.2004
Teddy mochte die Brei-Peleltsmischung natürlich nicht. Dachte ich mir schon fast. Teddy bringt heute 683g auf die Waage. Außer Heu
und paar Kräuter geht noch nichts. Aber er wird wieder etwas kräftiger, tobt ein wenig mehr rum. Nach 2 Tage Sandentzug ist das Auge wieder ein wenig besser.
Mitte Januar 2005 gehts Teddy wieder ganz gut. Ab und zu tränt sein Auge, Angst, dass alles wieder anfängt. Er frisst außer
frischem Apfel alles Gewohnte, selbst Pellets, nagt ab und zu an Apfelästen und sein Gewicht liegt um die 680g plus/minus 10g.
Teddy ist munter wie gewohnt, eigentlich gabs da noch eine kleine Steigerung. Sehr geholfen im Heilungsprozess der entzündeten Mundschleimhaut hat ihm die Bachblüte Crab Apple als Globoli im Trinkwasser.
Teddys Gewicht erreicht Ende März 2005 das erste Mal die 700g-Marke. Crab Apple-Gabe wurde eingestellt. Teddy gehts gut. Das
Augentränen kam bisher nicht wieder. Hartes Brot liebt er mittlerweile, derzeit alles ok.
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die zweite und letzte Zahn-OP
03.05.2005 – Gewicht: 650g OP-Termin um 20.30 Uhr, leider ist unser eigentlicher Chin-Spezi diese Woche nicht im Dienst. Es
operiert derselbe wie beim ersten Mal, aber ein mulmiges Gefühl steigt in mir hoch, als die fürchterlichen Geräusche, ähnlich die beim Menschen-Zahnarzt, ins Wartezimmer drangen. Dann ein
Geräusch, als schmeiße man jetzt einen Trennschleifer an...nicht nur Gänsehaut überkam mich, mir standen die Tränen in den Augen: Was muss dieser kleine Kerl über sich ergehen lassen?
Der Doc erklärte: Spitzen beidseitig an den Backenzähne fingen wieder an, die Zunge „begraben“, eine Spitze an den oberen Backenzähnen bog sich nach außen, die Vorderzähne wurden gekürzt, jedoch
insgesamt noch keinerlei Verletzung der Mundschleimhaut. Ein Amino-Coctail (auf meinen Wunsch hin) gabs nach der Narkose, für die nächsten 6 Tage je 0,05ml Schmerzmittel, eigentlich auch erst nach
meiner Nachfrage hin. Soll ihn nicht übermäßig füttern, er soll schnell selbst futtern.
04.05.2005 – Gewicht: 640g
Teddy hat rein gar nichts über Nacht gefressen, nur viel geschlafen, erste Hälfte im Sand, dann im Haus, hat gebadet und das wars.
Keine Bewegung. War alle 2 Stunden wach und hab geschaut. Er wirkte sehr mitgenommen, vermutlich durch die Erschütterungen der
fürchterlichen Maschinen, die in seinem Mäulchen herumfuhrwerkten. Da hätte ich auch einen Kopp wie ne Eckkneipe (würde der Berliner sagen).
Grundsätzlich mische ich dem Critical Care (CC) gehackte Kräuter unter, da Teddy den Geruch absolut nicht mag und sich sofort zappelnd wegdreht und das Mäulchen zulässt. - 7ml CC
Eigentlich hat er nur geschluckt, nicht gekaut... - 11ml CC - 3 ml CC plus 2ml Wasser
Teddy hat Kreislaufprobleme nach dem Festehalten zum Füttern, Rescue verabreicht, es wirkt, Teddy läuft nach der Fütterung etwas
durch die Wohnung, leises quieken.Habe versucht, ihm Kräuter, Heu, Haferecke u.ä. zu geben. ¼ der Haferecke hat er geschafft –
Schwerstarbeit für ihn. Nun hat sich mein Verdacht bestätigt: Untere Vorderzähne zu kurz, er kann nicht Nahrung festhalten. Teddy kann
nicht aus der Flasche trinken, nicht selbständig fressen. Kötel zwar klein, aber nicht zu murkelig wie beim ersten Mal.
05.05.2005 – Gewicht: 630g
- 10ml CC plus 3ml Wasser. Diesmal hörte es sich stellenweise schon nach Kauen an. Fürchterlich schmeckt es ihm immer noch. Ich
mische dem CC gehackte Weizenkleie, Kräuter unter nehme statt Wasser das Wasser von aufgekochtem Heu und nehme somit den Geruch etwas raus. Ein wenig besser geht die Fütterung damit.
- 627g, 5ml Wasser mit Hylak plus und 3ml CC - 629g, 4ml Wasser mit Hylak plus und 3ml CC Anschließend trinkt er das erste Mal 5ml Wasser aus gewohnter Wasserflasche selbständig Kötel sehr klein
06.05.2005 – Gewicht: 617g Ich variiere weiter mit dem CC, mische kleingehackte Kräuter, Weizenkleie und Leinsamen rein.
Teddy hat über Nacht selbständig 5ml Wasser aus Wasserflasche getrunken - 10ml CC - 623g, 7ml CC plus 1ml Wasser mit Hylak plus Kötel werden größer, ein wenig mit Blasen versetzt
trinkt selbständig 5ml Wasser aus gewohnter Wasserflasche
07.05.2005 – Gewicht: 619g hat über Nacht selbständig 5ml Wasser aus Wasserflasche getrunken - 3,5ml CC - 10ml CC
- 20ml CC – neue Mischung: (2 TL CC plus ¼ TL Haferflocken gemahlen, ½ TL Weizenkleie gemahlen, ½ TL Brennnessel gemahlen, ½
TL Bunny Allgäuer Frischgrün-Snack), ¼ TL Angi-Körnermischung gemahlen, ½ TL Angi-Kräutermischung gemahlen, anschließend
durchs Sieb, aufgesetzt mit Heusud (gekocht), recht viel Flüssigkeit, dass es gut durch die Öffnung der Spritze geht. Teddy hat in die
Spritze gebissen, so schnell konnte ich gar nicht drücken, wie er geschlungen hat. Freue mich riesig, seinen Geschmack getroffen zu haben.
08.05.2005 – Gewicht 624g
hat über Nacht nichts extra getrunken, aber nach der abendlichen Portion auch kein Wunder. - 25ml CC – Mischung vom 07.05.2005 - 15 ml CC – Mischung vom 07.05.2005
Teddy knirscht mit den Zähnen, hat leichten Durchfall, läuft abends ca. 10 min draußen, probiert Heu – klappt aber nicht
09.05.2005 – Gewicht: 627g
- 22ml Pelltsbrei (Mischung vom 07.05.2005, aber ohne CC, dafür gewohnte gemahlene Pellets) - 11ml Pelletsbrei ohne CC
Teddy ist sehr kurzatmig, knirscht wieder mit den Zähnen, macht ein Geräusch wie Niesen oder Husten, der ganze Körper zuckt. Ich
tippe auf Vitamin-B-Mangel, ab zum Tierarzt. Teddy hat Glück, nachts hat unser eigentlicher Chin-Spezi Dienst. Er betrachtete die Zähne
erst unnarkotisiert mit Hilfe des Otoskop. Er erwähnte eine Verletzung des Zahnfleisches. Verletzung? Mein ungutes Gefühl in der
Magengrube stieg wieder auf. Also riskierte er eine Not-OP!!! Es war ein Blutgefäß verletzt, somit Verletzung im Mundraum,
unbehandelt, toll!!! Zahnspitzen entfernt. Kein Wunder, dass er nicht selbst fressen konnte. Durch die neue Fütterung hält er aber sein
Gewicht, weil pro Fütterung zw. 10, 15, 20ml reingehen. Aber sein Herz macht große Probleme. Er hat kaum die 2. Narkose gestern
gepackt. Er zuckt merkwürdig, als würde es ein kleiner Krampf sein, dabei quiekt er leise einmal kurz. Nach Sekundenbruchteil ist es
wieder gut, bis zum nächsten Zucken. Lt. TA kein Fieber, Bauraum weich und gut gefüllt, Verdauung etwas weich, aber für die
Umstände ok. Bekommt jetzt herzstärkendes Präparat auf Homöopatie (naja, er hat die Tage schon immer Rescue mit in ins Futter
bekommen, wenn ich es für richtig hielt), 1xtägl. Metacam 0,1ml gegen die Schmerzen. Er schläft viel, ein Ohr glüht, das andere ist kalt.
Er liegt am liebsten auf einem gewärmten Körnerkissen und noch lieber ist es ihm, wenn er auf Frauchens Hand schlafen kann. Nachts
hatte ich ihn mit Transportbox mit ins Bett genommen, weil ich mal liegen musste, denn zu Rücken kommt noch nen steifer Hals, aber
das ist sch...egal. Ich bin nur noch am Heulen, sitze da, und kann nicht helfen.
Die Ursache scheint auch klar: Eine Seite Backenzähne - Stellung 1A, wie es sein muss, die andere Seite oben ok, unten in S-Form,
daher keine gleichmäßige Abnutzung. Ich muss schauen, ob die mich noch mal in die Vet-Biblio lassen, in der Hoffnung, eine "Lösung"
zu finden, wie ich ihm helfen kann. Ich weiß, reparieren kann es niemand, aber es muss doch eine Hilfe geben!!! Verdammt, ich will ihn nicht verlieren!!!!!!!!!!!!!
10.05.2005 – Gewicht: 627g
Heute Morgen hatte er Gewicht von gestern Morgen gehalten, freu, aber er macht einen sehr ... Eindruck. Da heute Handwerker bei mir
sind, passt mein Papa heute auf ihn auf, sonst hätte ich ihn auf Arbeit mitgenommen. Er zuckt, quiekt, „hustet/niest“ weiterhin. - 15ml Pelletsbrei ohne CC - 15ml Pelletsbrei ohne CC
Während der Fütterung ist Teddy wieder sehr kurzatmig. Die Pausen, um ihm Futter einzutrichtern, werden immer größer. Er schafft auch
kaum noch die Rolle im Sandbad. Habe Angst, dass sein Herz aufhört zu schlagen.
Was mir nur nicht klar wird: Teddy war bis vor der ersten Zahn-OP im Dez. 04 der absolute Biber unter den Chinchillas. Er wetzte vor
der zweiten OP am 03.05.05 wie täglich gewohnt durchs Zimmer, schneller wie andere Chinchillas. HERZPROPBLEME??? Ich vertraue
dem Chin-Spezi, aber irgendwas in mir sagt, es ist etwas anderes. Auch Recherchen im Internet bringen nicht wirklich weiter.
Gegen 20.30 Uhr (ca. 1 Stunde nach letzter Fütterung) meinte Teddy nicht mehr leben zu können. Er legte sich so was von platt unter
die Couch, den Schwanz ganz gerade nach hinten gestreckt, die Pfötchen fest am Körper, Augen zu, Ohren angelegt. Er war so platt,
als drücke ihn jemand platt. Die Atmung wurde von ganz schnell immer ruhiger, weniger...ich dachte, er stirbt jetzt. Ich hab geheult wie
ein Schlosshund, aber was brachte es, es regt ihn ja noch mehr auf. Also versuchte ich stark zu sein. Ich rief Angi an, was nun tun?
Fahrt zum Tierarzt? Abwarten? Kann der Tierarzt überhaupt noch was machen? Der Chin-Spezi hat frei. Angi meinte nur noch, nimm ihn
in den Arm und nimm Abschied. Das tat ich dann und lies ihn Zuhause. Ich sagte ihm: "Wenn du jetzt gehen möchtest, lass ich dich
gehen, wenn du bleiben möchtest, bleibe. Nach ca. 10min wurschtelte er sich aus meinem Arm frei - wollte runter. Ich setzte ihn zurück
in die Transportbox - seit 2 Tagen sein "neuer Käfig". Angi wusste auch nicht wirklich, was tun bei Herzproblemen und auch das
Schweigartbuch half nicht viel weiter, außer düsteren Prognosen. Ich gab ihm 2Effortil-Tropfen auf meinen Finger ins Maul, bekam 2ml
Wasser in ihn rein. Dann rief ich die Nachtsprechstunde an, aber sie riet mir auch, ihn Zuhause zu lassen, man könne nichts mehr tun, er
muss es selbst schaffen. Also nahm ich seine Box wieder mit ins Bett, machte unsere Salzkristallampe an, legte mich dazu und
beobachtete ihn. Ich denke, die Nähe tat ihm gut. Irgendwann sind wir dann wohl beide eingeschlafen. Nachts wurde ich wach. Da kam
er mir vorsichtig ans Gitter getapst, als er merkte, ich wurde wach. Ich freute mich riesig, rechnete ich doch mittlerweile mit dem Schlimmsten.
11.05.2005 – Gewicht: 627g
Heute Morgen war er dann wieder etwas mehr fitt, saß auf seinen 4 Pfoten, begrüsste mich. Ich nahm ihn in den Arm. Das Positive:
Gewicht gehalten. Damit hätte ich nach all den Strapazen für ihn nicht gerechnet. Heute Morgen gabs dann wieder Metacam,
Herztropfen, Bird Bene Bac, Futter...viel zu viel Anstrengung für ihn. Wir haben nach 9ml Pelletsbrei aufgehört, weil seine Atmung zu
laut war. Auch zwischendurch machten wir Sandbadepausen. Als ich jetzt zur Arbeit musste, saß er auf seinem Körnerkissen recht ruhig
auf seinen 4 Pfoten und lies sich streicheln. Am liebsten hätte ich ihn mitgenommen zur Arbeit, aber die Fahrt, der Stress...daher habe
ich mich dagegen entschieden. Ich habe das Gefühl, dass er ruhig schläft und Kräfte sammelt. WENN er gehen will, dann wird er es tun, wenn ich nicht dabei bin, das weiß ich sicher.
- 9ml Pelletsbrei ohne CC Gegen 11.00 Uhr ist es, als drücke mir jemand die Luft weg, dauerhaft, es hört nicht auf. Teddy ist in Not, ich spüre es, während ich auf
Arbeit sitze. Sitze heulend vor dem PC, was tun? Chin-Spezi hat erst um 15.00 Uhr Dienst. Wieder Recherche im Internet, wieder nichts
Gescheites gefunden. Um 14.00 Uhr offenbare ich mich meinem Chef und bin baff vor so viel Verständnis. Natürlich darf ich gehen, er
drückt mir die Daumen, ich soll ihn abends anrufen, weil ich befürchtet habe, dass ich gerne die letzten Stunden bei ihm bleiben
möchte und dass die jetzt wohl gekommen sind. DANKE!!! Es gibt noch tierliebe Chefs.
14.30 Uhr: Zuhause: Teddy lebt!!! Also alles eingepackt und los in die Klinik. Doc hörte ihn ab, sein ernstes Gesicht sprach Bände, er
brauchte nichts zu sagen. Trotzdem zeigte Teddy einen ausgeprägten Lebenswillen! Teddy wurde geröntgt und nun wurde sichtbar,
was es ist: Die Lunge stellt sich dunkel auf dem Röntgenbild dar. Dieser dunkle dreieckige Teil verläuft bis zum Herz, bei Teddy hörte
es nach 1/3 auf, sprich, seine Lunge ist nur zu 1/3 belüftet. Das verursacht die Rasselgeräusche, die Kurzatmigkeit, eben alle
Symptome passten plötzlich ins Bild. Es befindet sich Flüssigkeit in der Lunge. Daraus KANN sich noch eine Lungenentzündung bilden. Das Herz stellte sich als o.B. raus.
Teddy bekommt Medikamente. Das Furosemid ist zum Entwässern der Lunge und hilft somit auch dem Herzen, das Theopyllin zum Erweitern der Bronchien. - 0,2ml Pelletsbrei
12.05.2005 – Gewicht: 612g Urlaubstag Gegen 2.00 Uhr bekommt er schwere Atemnot, sehr laute Atemgeräusche (Rasseln wie beim Asthma), er ist schlapp – gebe ihm
Tröpchen Effortil in die Schnauze und 0,1ml Wasser bekomme ich rein. Er beruhigt sich wieder, schläft weiter.
Gegen 4.00 Uhr beginnt das Zucken wieder. Gegen 5.00 Uhr verabreiche ich ihm sein Medikamente zur Lungenbelüftung und –entkrampfung. Teddy beruhigt sich innerhalb von ca. 30min und schläft weiter.
- 4,5ml Pelletsbrei und alle Medikamente mit viiiiielen Verschnaufpausen, mehr will ich ihm nicht zumuten, er klappt mir fast zusammen
Ich darf heute einen Tag Urlaub nehmen, um bei Teddy sein zu dürfen. Bin sehr froh darüber.
9.00 Uhr – Eben kam ein kurzer Anfall, aber er ist viel ruhiger und ein stückweit entspannter. Teddy atmet noch immer sehr sehbar, aber
kein Rassenl mehr. Er reagiert schon wieder leicht auf merkwürdige Geräusche (Erklärung: hier im Haus zieht jemand aus und da gibt’s
ungwohnten Krach). Teddy hat versucht einen Heuhalm zu zerkleinern, aber da fehlt die Kraft. - 1ml Pelletsbrei und 1,5ml Wasser mit 2 Tropfen Effortil
- 3ml Pelletsbrei und 1,5ml Wasser mit 2 Tropfen Effortil - 3,5ml Pelletsbrei Den ganzen Tag über KEIN KÖTEL.
13.05.2005 – Gewicht: 601g Teddy auf Arbeit mitgenommen
stelle fest, dass er zwar gepieselt, aber nicht gekötelt hat, also 0,4ml Sab Simplex rein - 3,5ml Pelletsbrei mit CC gemischt - 0,5ml Pelletsbrei mit CC gemischt, 3ml Wasser
- 1,5ml Pelletsbrei mit CC gemischt, 1ml Wasser, 0,2ml Sab Simplex - 2ml Pelletsbrei mit CC gemischt, 2ml Wasser – hat gepieselt (12 Uhr)
- 3ml Pelletsbrei mit CC gemischt, 0,2ml Sab Simplex, 1 Kötel aus After geholt – absolut hart und klein (14 Uhr) - 1ml Pelletsbrei mit CC gemischt, 2ml Wasser - 4,5ml reines CC mit Traubenzucker
- 3,5ml reines CC mit Traubenzucker Füttern wird mehr und mehr zur Schwerstarbeit für Teddy, er fällt immer zusammen, schläft auf meinem Schoß. Was strampelt er auch so
sehr? Mache viele Pausen, daher alle 1-3 Stunden Fütterung.
14.05.2005 – Gewicht: 599g Teddy verweigert morgens die Nahrung, fällt zur Seite beim Füttern noch immer keine Kötel, 0,6ml Sab Simplex - 3ml reines CC, 2ml Wasser
- 6ml reines CC, 1ml Wasser - 3ml reines CC, 1ml Wasser, 7 Tropfen Rodi um 10.30 Uhr - 3ml reines CC, 1ml Wasser, 7 Tropfen Rodi um 12.00 Uhr
- 1ml reines CC – 609g – dies sollte die letzte Fütterung sein – um 14.30 Uhr. Teddy verabschiedete sich von Bengee, von seinem Käfig, von seinem geliebten Platz auf dem Fensterbrett.
- gegen 16.00 Uhr verweigerte Teddy die Nahrung komplett. Abends waren wir noch beim Chin-Spezi, leider hatte er vorher keinen Dienst. Er versuchte noch mit Amynin und AB. Der Chin-Spezi
meinte mit ernstem Gesicht, ich müsse mir überlegen...wenn es in 1,2 Tagen nicht wenigstens bischen besser geht...
Auf der Heimfahrt bat ich Teddy, mir diese Entscheidung abzunehmen. Ich kann es nicht. Ich hab gespürt, dass er es nicht schaffen
wird. Ich fühlte mich so hilflos, so machtlos. Ich kann ihm doch nicht das Leben nehmen?
Nach dem TA-Besuch ging es ihm immer schlechter. Er wurde kälter, bekam noch Effortil von mir. Dies sollte das letzte sein und er
konnte es nicht mehr schlucken. Ich deckte Teddy mit meinem Pullover zu, es reichte nicht, Teddy fror genauso wie ich. Wir kuschelten
uns in Decken, ich rieb ihn warm, versuchte es zumindest. Anruf beim TA, geht es zu Ende, was tun? Er soll nicht weiter leiden. Man
riet zum Abwarten, wärmen. Also Körnerkissen heiß gemacht, unter Pullover gelegt. Teddy wurde trotzdem nicht warm. Angi meldete
sich – Signal für Teddy zu gehen. Nun war sein Frauchen für einen Moment abgelenkt, konnte ihn gehen lassen. Diesen Moment nutzte
er und schlief für immer auf meinem Arm ein. Es war 23.45 Uhr und die Zeit blieb stehen.
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Meinem Teddy Wusel durfte ich 5 schöne Jahre bereiten. Es waren für ihn 5 Jahre auf
einem Pulverfass, welches jederzeit explodieren konnte. Teddy kam zu mir vor 5 Jahren. Damals wurde er aus einer Pleite gegangenen Pelztierzucht befreit. Eine Kotuntersuchung
nach Ankunft bei mir brachte Klebsiella ozaeniae zum Vorschein. Klebsiellen treten in unhygienischen Räumen auf, Überträger sind z.B. Schaben, Fliegen u.ä. Vermutlich hat er
sich diese „Mitbewohner“ in der Zucht eingefangen.
Bei den Bakterien der Gattung Klebsiella (man unterscheidet 4 Arten) handelt es sich um
eine Gruppe gramnegativer Stäbchenbakterien der Familie der Enterobacteriaceae. Benannt wurden sie nach dem amerikanischen Bakteriologen Theodor Klebs. Die
Bakterien sind unbeweglich und von einer Kapsel umgeben und durch diese Tatsache besonders resistent gegenüber Antibiotika.
Dies macht eine Behandlung beim Chinchilla eigentlich unmöglich. Daher entschied sich unser Chin-Spezi, die beim Teddy
ruhenden Klebsiellen nicht zu behandeln, denn ein Ausbruch ist in Heimtierhaltung eher selten zu erwarten – aber...Teddy bekam
im Dezember 2004 Zahnprobleme (Entzündung der Mundschleimhaut, weißlicher Belag auf den Backenzähnen, Zahnspitzen, eine
S-Stellung der unseren Backenzahlseite wurde diagnostiziert, Narkose). Genau diese Entzündung und die Narkose sind die
Auslöser beim Chinchilla, dass sich u.a. der Klebsiella langsam oder innerhalb von Stunden vermehren kann. Beschleunigt wird
es noch durch einen schlechten Allgemeinzustand des Tieres bzw. Infektionen. Fatal ist, dass die Entzündung der
Mundschleimhaut mit Antibiotika behandelt wird, der Klebsiella ist jedoch Antibiotika- und Penicillin-resistent. Er hat leichtes
Spiel, sich in der Nasenschleimhaut und/oder der Lunge festzusetzen, wo er im späteren Verlauf zum Lungenödem, Linksherzinsuffiziens, zur akuten Lungenentzündung, zur Entzündung des Dünndarmes führt.
Erkennungszeichen: Apathie, Appetitlosigkeit, geschwächter Organismus, Verstopfung – die gleichen Zeichen, die ein Chinchilla
auch nach einer Zahn-OP zeigen kann. Somit ist der Ausbruch der Klebsiellen zu Lebzeiten nur zu vermuten. Ebenso das
Lungenödem kann als Nebenwirkung der Narkose gedeutet werden, die Herzschwäche ebenso, wenn ein bisher „versteckter“ Herzfehler vorliegt.
Selbst wenn gezielt gegen die Klebsiellen behandelt wird, ist das Chinchilla bereits jetzt schon so geschwächt, dass der Darm das
hoch dosierte Antibiotika nicht lange „wegstecken“ kann und spätestens jetzt das Immunsystem zusammen brechen würde. Nach meinen Recherchen verläuft die Krankheit nach Ausbruch zu 95% tödlich.
Teddy Wusel hatte somit also kaum eine Chance! Langsam hatte er sich nach der OP im
Dezember 2004 erholt, aber die zweite und dritte OP im Mai 2005 sollten dann wohl die Klebsiellen gewinnen lassen. Da ich Teddy NICHT habe obduzieren lassen, stellen diese
Erkenntnisse meine Recherchen über das WARUM dar, eine These, von dessen Richtigkeit ich in diesem Fall überzeugt bin: Teddy hat die Narkosen letztlich nicht vertragen und der
Entzündung und dem durch die Narkose entstandenen Lungenödem konnte durch die Antibiotika-Resistenz nicht ausreichend entgegengewirkt werden.
Letztlich bin ich froh und glücklich über die 5 schönen Jahre, die ich mit ihm verbringen durfte, die ich nie vergessen werde. Teddy lebt in meinem Herzen weiter und begleitet mich in
meinen Träumen. Ich weiß, dass er einmalig war und ganz besonders.
Teddy Wusel – kuschel dich ganz fest an Max auf eurer Wolke im Chinchillahimmel. Irgendwann sehen wir uns wieder.
Ich liebe dich.
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