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Mit einer genauen Beobachtung seines Schützlinges kann schon viel im Frühstadion erkannt werden. Leider merkt
man jedoch dem Chinchilla sehr oft erst an, daß etwas nicht stimmt, wenn es schon längst zu spät zum Handeln ist. Vielen Tierärzten fehlt auch oft die Erfahrung im Umgang mit dem Chinchilla.
Täglich sollte man die Kotbällchen kontrollieren. Sollten sich Durchfall oder Verstopfung bemerkbar machen,
sofort den Tierarzt aufsuchen. Regelmäßig werden Rücken und Brustkorb abgetastet, da man sonst durch das
dichtsitzende Fell den Ernährungszustand des Tieres nicht sehen kann. Ebenfalls rate ich zu regelmäßigem
Wiegen. Ein gesundes Tier sollte mind. 1x pro Monat gewogen werden, ein krankes, ebenso Babys täglich.
Eines ist ja wohl selbstverständlich: Geben Sie den Tieren kein verdorbenes Futter und Heu! Das Trinkwasser sollte nur einer Flasche verabreicht werden, die täglich gereinigt wird.
Ausreichendes Nagematerial, wie Äste sollte ständig zur Verfügung stehen, ab und an getrocknetes Vollkornbrot.
Nie das Futter von einen Tag auf den anderen umstellen, sondern langsam über einen Zeitraum von ca. 3-4 Wochen, in dem man anfangs
einen Teelöffel unter die bisherige Pelletssorte mischt und das Verhältnis langsam über einen Zeitraum bis 4 Wochen verändert, bis der
kleinste Teil das bisherige Futter ausmacht. Noch mehr als sonst ist hierbei die Verdauung im Auge zu behalten. Futterumstellungen sind für
Chinchillas Stress pur und sollten nach Möglichkeit vermieden werden. Ideal wäre eine Sorte Pellets von Geburt an bis hin zum Tod.
Ich würde jedem Tierhalter empfehlen, sich schon im Vorfeld mit den meist auftretenden Krankheiten seines Schützlings vertraut zu machen, um
sie schneller zu erkennen und rechtzeitig handeln zu können. Hier empfehlen sich diverse Fachbücher. Ebenfalls empfehlenswert ist die frühe
Suche nach einem Chinchilla-fähigen Tierarzt. Unterstützung bei der Suche eines Chinchilla-fähigen Tierarztes finden Sie auf dieser Homepage - klicken Sie auf Banner “Chin-Tierarzt”.
Ich bin weder Tierarzt noch Tierheilpraktiker und kann keinesfalls diese Fachleute ersetzen. Bei Erkrankung eines Tieres suchen Sie bitte
SOFORT und UNVERZÜGLICH einen Chinchilla-erfahrenen Tierarzt auf!!!
Gerne werde ich nach bestem Wissen und Gewissen Ihre Fragen zum Chinchilla beantworten. Dazu benötige ich mindestens folgende
Angaben: Alter, Geschlecht, Gewicht vor der Erkrankung und derzeit, etwas über das normale Fress- und Fütterungsverhalten, ebenso über
Auslauf, etwas über die Lebensumstände des jeweiligen Tieres, etwas über den Krankheitsverlauf, wie und mit was das Tier bereits behandelt wurde.
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Wenn das Chinchilla zum Tierarzt muss Sie
fragen sich bestimmt, was kann bzw. sollte alles beim Chinchilla untersucht werden, wenn es dann doch mal krank wird. Das ist eine ganze Menge. Ich möchte Ihnen hier mal ein paar ganz wichtige Dinge
verraten, an denen Sie auch leicht erkennen können, ob der Tierarzt auch genug Ahnung von dem Wesen, was da vor ihm auf Hilfe wartet, hat. Leider sind das die wenigsten Tierärzte, denn Chinchillas stehen
auf keinem Lehrplan. Ich persönlich finde es nur allzu fair, wenn der Tierarzt ehrlich sagt, dass ihm die nötige Erfahrung fehlt und lieber erst in Fachbüchern nachschlägt bzw. einen Kollegen
befragt oder aber nur eine Notversorgung durchführt und den Patienten in eine andere Klinik überweist. Dies wäre ein ehrliches Verhalten, die Realität sieht jedoch meist anders aus: Da wird aufs
Geradewohl behandelt und meist auf Kosten des Chinchillalebens. Leider lese ich dies viel zu häufig in Ihren Anfragen, als dass ich behaupten könnte, es wäre nur mal ein Einzelfall.
B
ei jedem Tierarztbesuch sind grundsätzlich alle Käfigbewohner gemeinsam in der Transportbox mitzunehmen, auch, wenn nur
eines von 2 oder mehreren Käfigbewohner vom Tierarzt behandelt werden muss. Hintergrund: Das zu behandelnde Chin riecht nicht
mehr wie gewohnt, sondern nach Tierarzt, Desinfektionsmittel, usw.. Somit erkennen die anderen ihn nicht mehr als
Familienangehörigen/Rudelmitglied. Und fremde Tiere müssen vertrieben bzw. getötet werden, um den Familienverband zu schützen.
Standartuntersuchung beim Chinchilla
Der Tierarzt sollte sich erst einmal einen Überblick über den Zustand des Tieres verschaffen, aber auch z.B. nach Alter, Geschlecht, bisherige
Krankheiten, Todesfälle, Zustand der Losung, Gewichtsabnahme u.ä. fragen und nach Bedarf die Körpertemperatur messen. Dann sollte er auf folgendes achten:
- Nase: Ist die Nasenregion trocken oder feucht, fehlt dort Fell, ist eine Entzündung sichtbar?
- Mund: Ist die Umgebung des Mundes trocken oder feucht, ist eine Entzündung sichtbar?
- Augen: Ist die Augenregion trocken oder feucht, ist eine Entzündung in oder am Auge erkennbar?
- Zähne: Welche Farbe haben die Schneidezähne? Anschließend Untersuchung der Backenzähne mit Otoskop. Ins Maul wird eine
Klammer geschoben, damit das Chinchilla sein Mäulchen nicht wieder schließt. Dann wird eben jenes Otoskop eingesetzt, was Sie sich
so vorstellen müssen, als schaut Ihnen Ihr HNO-Arzt in die Ohren, so ähnlich sieht das Teil aus. So hat der Tierarzt die Möglichkeit, sich auch die Backenzähne anzuschauen.
- Bauchbereich: Fühlt er sich hart oder normal weich an? Ist er aufgebläht?
- Zusätzlich sollte er noch spezielle geschlechtsspezifische Untersuchungen durchführen.
- Je nach Krankheit können bei Bedarf noch Kot-, Urin- und Blutuntersuchungen durchgeführt werden, ebenso besteht die Möglichkeit, ein
Chinchilla zu röntgen.
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Kotuntersuchung - was empfehlenswert ist Ist keine
Ursache klar erkennbar, bringt eine Kotuntersuchung meist Aufschluss. Ebenso rate ich zu einer kompletten Kotuntersuchung, wenn Sie ein Chinchilla neu bei sich aufnehmen. Diese Kotuntersuchung ist zwar
relativ kostspielig, aber es bringt Sicherheit für Ihr Tier und auch für Ihre Familie. Sie glauben gar nicht, mit welchen Krankheiten/Viren/Bakterien der neue Mitbewohner einziehen kann! Und nicht selten
sind es Krankheiten, die auf den Menschen übertragbar sind, teils nicht nur für das Tier, sondern auch für den Menschen sehr gefährlich sind/werden können.
Um sich einen Überblick über den Gesundheitszustand zu verschaffen, rate ich zu folgenden Untersuchungen:
- komplette Parasitologie und Giardien (Elisa-Test)
- komplette Bakteriologie und Pseudotuberkolose (Kälteanreicherung) - Darmpilze
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Fehlbehandlungen
Chinchillas sind Exoten und das im wahrsten Sinne des Wortes leider sogar in den Augen vieler Tierärzte. Im
Studium stehen sie nicht auf dem Lehrplan, sie bedürfen gesonderter Weiterbildungen der Tierärzte. Chinchillas
sind absolut nicht -wie viele fälschlicherweise annehmen- zu vergleichen mit Hasen, Meerschweinchen u.ä.
Nagern, weder beim Futter, noch bei der Behandlung, ganz zu schweigen von der Art und Dosierung der zu verabreichenden Medikamente.
Sie als Halter können vorbeugen: Informieren Sie sich im Vorfeld bereits über die wichtigsten Erkrankungen, die
auftreten können, z.B. auf dieser Website und meiner Chinchilla-Fanclub.de. Halten Sie Ihr Chinchilla artgerecht und füttern Sie es nur mit
Chinchilla-geeignetem Futter. Wechseln Sie nur über einen großen Zeitraum (ca. 4 Wochen) und nur, wenn es unbedingt notwendig ist, die
Pelletssorte. Schauen Sie sich täglich Ihr Tier gründlich an.Jede kleinste Veränderung kann bereits Anzeichen für eine Erkrankung sein. Je
früher Sie Veränderungen bemerken, um so größer sind die Chancen für das Tier, geheilt zu werden. Erkundigen Sie sich sofort nach
Anschaffung des Tieres nach einem Chinchilla-erfahrenen Tierarzt in ihrer Nähe, so wie nach einer Tierklinik mit Nacht- und Wochenenddienst. So sind Sie gerüstet für den Notfall.
Ist Ihr Tier erkrankt, surfen Sie nicht erst lange im Internet und schreiben Mails, um zu fragen, was Ihr Tier hat, sondern gehen Sie sofort zum
Tierarzt. Das können genau die entscheidenen Stunden sein, die über Leben und Sterben Ihres Chinchillas entscheiden. Viel zu oft erlebe ich
genau das Gegenteil: Es wird zu lange gezögert, gemailt... Mailen Sie mich gerne an, nachdem Sie Ihren Schützling versorgt haben. Denken
Sie daran: Sie tragen die Verantwortung für dieses Leben! Chinchillas haben von Natur aus die Eigenschaft, als Rudeltiere den anderen (auch
bei Einzelhaltung!) nicht zu zeigen, wie schlecht es ihnen geht. Das macht das Erkennen einer Erkrankung oftmals sehr schwer. Achten Sie
darauf, dass Ihr Chinchilla immer ausreichend Heu und Pellets frisst und schauen Sie täglich auf seinen Stuhlgang. Frisst ein Chinchilla plötzlich
viel weniger bis gar nichts, werden die Kötel immer kleiner oder kötelt es gar nicht mehr, so leidet es an einer Verstopfung/Aufgasung, die
nicht sofort behandelt zu einem leider sehr qualvollen Tod führen kann. Blutet bzw. hat ein Weibchen Auslauf aus der Scheide, kann dies auf
eine Gebährmutterentzündung hindeuten. Sofort zum Tierarzt! Hier zählt jede Minute!
Dies sind nur 2 Beispiele, die Ihnen zeigen sollen, wie ernst manche Erkrankung gleich sein kann.
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Das gesunde Chinchilla - Worauf Sie achten sollten
Das Fell ist gleichmäßig duftig, dicht und weich. Die Augen sind glänzend klar. Die Augenumgebung ist trocken. Ausfluss und Verschmutzung deuten auf eine Bindehautentzündung oder eine
Augenverletzung hin. Die unteren Nagezähne sind länger als die oberen. Normal sind die Zähne gelb-orange. Zu helle Zähne deuten auf Kalkmangel hin.
Die Ohren sind sauber mit glattem Rand. Achten Sie auf Bissverletzungen. Der After ist sauber. Nur bei unsauberer Haltung oder starkem Durchfall ist die Afterregion verschmiert.
Die Sitzbretter sind sauber, der Kot ist in kleine Bällchen geformt. Bei Durchfall klebt der Kot am Sitzbrett bzw. verschmiert.
Nachfolgend erhalten Sie eine Übersicht über mögliche Erkrankungen beim Chinchilla und deren Erkennung.
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Magen- und Darmerkrankungen Sie werden oftmals durch verdorbenes
oder verschimmeltes Heu und Futter hervorgerufen, aber auch durch feuchtes Grünfutter oder Chinchilla-ungeeignetes Futter. Ist das Tier ansonsten ok und man kann Bakterien ausschließen, wird es meist auf
eine leichte Heudiät gesetzt und hat gute Genesungschancen.
Die Kötel
Beobachten Sie die Kötel täglich. Genau wie beim Menschen auch gibt’s bei den Chinchillas auch Größenunterschiede. Manche Tiere haben von Natur aus
kleinere (2), andere wieder größere (1), die dann auch normal sind, wenn sie immer so ausschauen.
Auf dem Foto sehen Sie kleinere Kötel (3), die auf eine leichte Verstopfung
hinweisen und sehr kleine Kötel, wie sie bei einer Verstopfung zu sehen sind. Allerdings geht`s noch viel kleiner!
Verstopfung
Gelegentlich kommt es beim Chinchilla vor, dass es Mühe beim Kotabsatz hat oder über mehre Tage keinen Stuhlgang aufgrund Verstopfung aufweist. Erste
Symptome sind kleiner werdende Kotkugeln, Fressunlust, Trägheit und Apathie. Die Verstopfung wird durch angestaute harte Kotballen im Darm ausgelöst. Die
Ursachen liegen oftmals an Bewegungsmangel und Fütterungsfehlern, wie zum Beispiel der Fütterung mit falschen Pellets und zu vielen Leckerbissen. Setzen
Sie sofort alle Leckerbissen ab. In leichten Fällen kann eine Messerspitze Karlsbader Salz auf ¼-Liter Wasser über die Nippeltränke
verabreicht werden. Wenn kein Kotabsatz erfolgt, ist es ratsam, einen Tierarzt aufzusuchen.
Um Verstopfungen vorzubeugen, sollten Sie ihrem Tier einen ausreichenden Auslauf lassen. Das Tier muss seinen Bewegungsdrang ausleben. Überfütterung und zu viele Leckerbissen sind zu vermeiden.
Durchfall Die Ursachen für Durchfall bei Chinchillas sind sehr vielfältig. Aufgrund seines langen Verdauungsapparates und der langen Passagezeit des
Futters durch den Darmtrakt reagiert das Chinchilla anfällig auf abrupte Fütterungswechsel und falsche Fütterung oder Fütterung mit zu
geringem Rohfaseranteil (Heu). Andere äthiologische Faktoren können Bakterieninfektionen, Virusinfektionen, Würmer und andere
Darmparasiten sein. Schimmliges Heu oder andere Futtermittel sind oft Auslöser von Darmproblemen. Auch eine Verabreichung von
Antibiotika (oral) oder eine Verweigerung von Nahrung über mehrere Tage kann zu einer Störung der normalen Darmflora führen und Durchfall auslösen.
Durchfall erkennt man an der weichen, klebrigen manchmal schmierigen Konsistenz der Kotbällchen. Bei Auftreten von Durchfall sollten Sie
sofort alle Leckerbissen absetzen. Die Futterpellets sollten für ein bis zwei Tage weggelassen werden. Geben Sie dem Chinchilla morgens
und abends eine ¼ altbackene Weizensemmel. Wird Der Kot wieder fest, kann die Ernährung allmählich auf Futterpellets umgestellt werden.
Wenn das Tier deutliche Krankheitszeichen (Nahrungsverweigerung, Apathie) zeigt und der Durchfall von flüssig-schleimiger Konsistenz ist,
suchen Sie sofort den Tierarzt auf. Nehmen Sie außerdem eine Kotprobe mit. Werden mehrere Chinchillas zusammen gehalten und nur ein
Tier ist erkrankt, sollte es sofort von den gesunden Tieren getrennt werden. Der Käfig ist gründlich zu reinigen und zu desinfizieren, um eine
Ansteckung anderer Tiere zu minimieren. Da einige Durchfallerkrankungen auch auf den Menschen übertragbar sind, ist es wichtig, bei jedem Kontakt mit dem Tier sich die Hände zu waschen.
Darmkrämpfe Das Chinchilla drückt sein Hinterteil an den Boden und dreht sich alle paar Minuten um seine Längsachse. Es wirkt außerdem sehr unruhig.
Wird die Erkrankung früh genug erkannt, kann dem Tier geholfen werden.
Darmvorfall
Einen Darmvorfall erkennen Sie daran, dass ein Stück Darm aus dem After hängt. Meist wird es zu spät gemerkt, so dass ein Chinchilla in den seltensten Fällen überleben wird.
Aufgasungen
Aufgasungen können entstehen, wenn plötzlich zu viel Frischfutter gegen wird und das Chinchilla dieses nicht gewöhnt ist. Durch die
Gärprozesse entstehen Gase, die Magen und Darm stark aufblähen. Klopft man vorsichtig mit dem Finger auf den Bauch, hören Sie einen trommelartigen Klang. Das Chinchilla atmet schneller und flach.
Bitte unverzüglich einen Tierarzt aufsuchen. Nur er kann in dem Fall professionell helfen. Zusätzlich ist das Tier auf Heudiät zu setzen. Todesfälle sind jedoch nicht selten.
Enteretitis
Enteretitis kann z.B. ausgelöst werden durch verdorbenes Heu oder Futter, durch eine plötzliche Futterumstellung, durch einen zu geringen
Anteil Raufaser im Futter oder durch eine Infektion. Das Chinchilla hat Durchfall und die Afterregion ist kotverschmiert. Vermehrt sind Darmgeräusche hörbar.
Gehen Sie mit dem Chinchilla unbedingt zum Tierarzt. Stellt er Enteretitis fest, sollte er kein Antibiotika verabreichen, da dieses, wie beim
Menschen auch, die Darmflora weiter zerstören wird. Weiterhin wird er Ihnen den Rat geben, Kot von gesunden Chinchillas in Wasser einzuweichen und mit Hilfe einer Einmalspritze zu verabreichen.
Infektionskrankheiten
Listeriose Ursache meist durch Aufnahme von verdorbenem Heu, aber auch durch Kot oder Harn von infizierten Wildnagern versetztes Futter.
Übertragung von Tier zu Tier möglich. Chinchilla verweigert die Nahrung. Es hat Durchfall oder Verstopfung, wird apathisch. Nervöse Störungen
können beobachtet werden ebenso wie der plötzliche Tod. Bereits erkrankte Tiere werden meist daran sterben.
Pseudotuberkulose
Ursache meist durch Aufnahme von verdorbenem Heu, aber auch durch Kot oder Harn von infizierten Wildnagern versetztes Futter oder
schlechte Haltungsbedingungen oder Vorerkrankungen. Übertragung von Tier zu Tier möglich. Chinchilla magert ab, hat leichten Durchfall und
wird apathisch. Wird es früh genug festgestellt, kann das Tier überleben.
Pasteurellose
Unterschieden wird hier zwischen einer langsamen Form (Entzündungsherde in Lunge, Leber) und einer schellen Form (Blutungen der meisten
inneren Organe), die innerhalb von 24 Stunden zum Tod führt. Ursache meist durch Immunschwäche bzw. auch schlechte Haltungsbedingungen und Stress.
E.coli
Hauptsaächlicher Infektionsort ist der Darm.Symptome reichen von leichten Verdauungsstörungen bis hin zu wässrigem, stinkenden Durchfall. Ursache meist durch schlechte Haltungsbedingungen und Stress.
Yersinia-enterocolitica Chinchilla magert ab, verweigert in den letzten Tagen vor dem Tod die Nahrung und wird apathisch. Werden die Bakterien früh genug
festgestellt, kann das Tier überleben.
Salmonellose
Es treten starke Durchfälle auf, verursacht durch Erreger in der Nahrung. In akuten Fällen endet diese Erkrankung innerhalb von 24 Stunden mit
dem Tode. Zu ganz plötzlichen Todesfällen ohne jegliche Voranzeichen kann es bei Jungtieren kommen. In chronischen Fällen tritt immer
wieder Durchfall auf, die Tiere fressen fast nichts mehr und kümmern vor sich hin.
Eine 100%ige Diagnose kann, wie in vielen anderen Fällen auch, erst die Sektion erbringen. Auf unbedingte Hygiene ist zu achten.
Mangelerkrankungen
Krämpfigkeit Vitamin B-Mangel
Die Symptome für Krämpfe sind Zittern, Verrenkungen, zeitweise Bewegunsunfähigkeit. Die Ursache liegt zumeist im Vitamin-B- und/oder Kalzium-Mangel.
Falsche Fütterung ist ein häufiger Auslöser - es wird dieses bunte, undefinierbare, zu fettige und viel zu ungesunde Zeug gefüttert, in dem man
die Pellets mit der Lupe suchen muss und einem suggeriert wird, es wäre ein optimales Futter für Chinchillas... Leben Sie gesund, wenn Sie
sich ausschließlich von Süßkram und Pommes und Pizza o.ä. ernähren? Dazu kommt auch noch, dass Pellets meist 2 Jahre haltbar sind, aber bereits nach 6 Monate sämtliche Vitamine verloren haben.
Bei trächtigen Weibchen kann Krämpfigkeit auch als Stresssymptom auftreten. Suchen Sie einen Tierarzt auf. Oft ausgelöst durch langwierige,
meist chronische Darmprobleme. Außerdem steigt der Vitamin B1-Bedarf während der Trächtigkeit und des Stillens. Erkennbar ist die
Krankheit durch Appetitmangel und Gewichtsabnahme bzw. auch durch ein Zurückbleiben in der Entwicklung.
Oft ist bei Krankheitsbeginn ein ungeformter oder weicher Kot feststellbar, bei chronischen Darmproblemen zeigt sich eine Verstopfung. Die
Fußballen sind auffällig hell, das Fell wird glanzlos. Im fortgeschrittenen Stadium kommen Lähmungserscheinungen an den Hinterläufen sowie
Gleichgewichtsstörungen und Krämpfe hinzu. Oftmals verstirbt das Chinchilla nach einem dieser Anfälle vor Erschöpfung. Eine Spritze mit
hochdosiertem Vitamin B und Kalzium in der ersten halben Stunde nach Beginn des Krampfes kann Leben retten, denn jeder Krampfanfall belastet den Organismus und könnte zu einem Kreislaufkollaps führen.
Gelbohrenkrankheit/Vitamin-E-Mangel Diese Krankheit wird hervorgerufen durch abgelaufenes, aber auch falsches Futter (Viele Leute füttern leider ihre Chinchillas mit Hasen-,
Meerschweinfutter!!!). Die Ohren färben sich gelb, aber auch der Bauch kann eine gelbliche Farbe bekommen. Schwangere Weibchen verwerfen dann oft.
andere Erkrankungen
Ziegenrücken
Der so genannte Ziegenrücken ist ein Symptom für Erkrankungen der inneren Organe (Leberschäden, Darminfektionen etc.). Ziegenrücken
äußert sich in auffallender Abmagerung, eingefallenem Nacken und steilem Rücken beim sitzenden Tier. Suchen Sie den Tierarzt auf, um die Ursache feststellen zu lassen.
Nachhandlähme
Nachhandlähme kann hervorgerufen werden durch Vitamin-B-Mangel, aber auch durch eine Verletzung der Wirbelsäule, z.B. beim Springen
aus zu hoher Höhe oder unsachgemäßem Fangen. Es zeigen sich außerdem Krämpfe und Ihr Chinchilla hat struppiges Fell.
Bindehautentzündung
Diese kann durch Zugluft entstehen, aber auch ein kleines Sandkörnchen im Auge kann ausreichend sein. Wässrige bis eitrige Flüssigkeit am
Auge ist feststellbar und die Lidbindehaut ist entzündlich rot. Auch kann es vorkommen, dass das Auge so verklebt ist, dass es sich nicht mehr
von selbst öffnet. Schnellste Behandlung durch den Tierarzt ist auch hier erforderlich, da diese Entzündung schnell auf die Hornhaut übergeht. Das erkennen Sie dann daran, dass sich die Hornhaut trübt.
Zahnanomalien Chinchillas mit Zahnfehlstellungen, übermäßiges oder schiefes Wachsen der Zähne oder Zahnbruch sind sehr oft erblich vorbelastet, aber auch
ein Unfall (Sturz) kann zu diesem Riesenschlamassel führen. Sie können Zahnprobleme z.B. erkennen am Sabbern, am unzerkauten Futter in
den Mundwinkeln, an tränenden Augen und die Tiere magern ab. Die dauerhaften Heilungschancen sind sehr gering. Besser hingegen sieht es
aus, wenn sich ein Chinchilla einen Zahn abbricht oder es eine zeitlang nur mal nicht richtig nagen konnte aufgrund von Krankheit
beispielsweise. Dann kann der Tierarzt die Zähne abknipsen oder abschleifen. Aber wie gesagt, liegt ein Erbschaden vor, werden die Zähne
immer wieder und immer schneller schief nachwachsen und dies wird für das Chinchilla zur elendigen Quälerei. Der Tierarzt wird Sie dann
irgendwann, wenn die Abstände der Zahnkorrekturen immer kürzer werden, vor eine sehr schwere Frage stellen, die Sie dann hoffentlich zum
Wohle des Tieres beantworten werden, auch, wenn es noch so schwer fällt.
Bezüglich Zahnprobleme musste und muss ich schon viele Erfahrungen sammeln: Teddy, der aufgrund weiterer Erkrankungen die Narkosen zu
den Zahnbehandlungen nach der 3. nicht mehr verarbeiten konnte. Tony, der durch einen Sturz im Käfig zum Zahnpatienten wurde und einen
super guten Tierarzt gefunden hat, der sehr schnell und ohne Probleme den kleinen Kerl ohne Narkose behandelt. Tony hält sehr still und da
seine Behandlungen zwischen 4 - 12 Wochen liegen, halte ich es für ok, ihn nicht noch zusätzlich mit einer Narkose zu belasten. Natürlich weiß
ich, dass es solche und solche Meinungen gibt - da sollte sich jeder seine eigene Meinung bilden.
Fellprobleme und Fellerkrankungen
Kahlstellen
Kahlstellen im Fell entstehen durch das häufig beobachtete Fellbeißen. Ursache für Fellbeißen ist meist Stress, verursacht durch zu wenig
Lebensraum, Lärm und Unruhe. Bei Fellbruch wird im Bereich des Lendenwirbels das Fell schütter. Die Haarspitzen sind gebrochen, die
Unterwolle verfilzt. Als Ursache gilt ein Mangel an Vitamin B, erbliche Veranlagung ist nicht auszuschließen. Die Verwendung von falschem Badesand kann ebenfalls zu Fellbruch führen.
 Fellbruch/Fellknoten U.a. durch Vitamin-B-Mangel entsteht Fellbruch. Allerdings kommen auch erbliche
Vorbelastungen, z.B. durch Inzucht hervorgerufen, hinzu. Die Fellspitzen brechen ab und das Fell darunter verfilzt. Mit Vitamin-B kann dem Tier geholfen werden,
aber trotzdem kann es passieren, dass das Fell bei Fellreife wieder bricht. Zur Zucht sollten Sie diese Tiere nicht verwenden, da dies weitervererbt werden kann. Mit einer Nagelschere können
Sie vorsichtig die verfilzten Stellen rausschneiden oder lassen Sie das den Tierarzt machen, wenn Sie sich dies nicht zutrauen.
Totaler Haarausfall
Das Chinchilla verliert innerhalb von Tagen sein gesamtes Fell. Es muss dringendst gewärmt werden!!! Ob das Tier überlebt, hängt vom Allgemeinzustand ab.
Fellbeißen
Fellbeißen entsteht nicht nur durch schlechte Haltung und Pflege, es kann auch erblich bedingt sein. Fakt ist, dass diese Chinchillas ihr eigenes
oder das Fell ihrer Käfiginsassen benagen. Diese Tiere sollten Sie nicht zur Zucht verwenden. Auf jeden Fall sollten Sie die
Haltungsbedingungen verbessern und den Tieren den Stress verringern, ansonsten können Sie leider nicht allzu viel tun. Ab und zu kann es
auch zu Fellfressen bei tragenden oder säugenden Weibchen kommen, was aber nicht bedenklich ist.
 Pilzbefall
In der Umgebung der Nase, an den Lippen und an den Augen ist ein Haarausfall zu beobachten. An den kahlen Stellen bilden sich Schuppen oder leichte Borken.
Später können weitere Stellen hinzu kommen. Das Chinchilla leidet unter Juckreiz. Pilze können mit einem Zusatz im Sandbad und/oder der Einnahme von Tabletten geheilt werden.
Fotos Pilzbefall mit freundlicher Genehmigung von
Nadine
Läuse Lausbefall kann auch beim Chinchilla vorkommen. Diese ca. 0,5 mm großen Nissen lassen sich gut im Fell
erkennen. Läuse lassen sich beim Chinchilla allerdings nicht ausbürsten. Ebenso wie beim Flohbefall sollten Sie
sich ein Ektoparasitenhalsband zulegen, welches es auch für Hund und Katze gibt. Beide Erkrankungen zeigen sich
durch starken Juckreiz. Lassen Sie jedoch vorher unbedingt einen Tierarzt das Tier anschauen.
Werden andere Tiere im selben Haushalt gehalten, wie z.B. Hund und Katze, sollten diese gleich mitbehandelt werden.
Milben
Auch durch starken Juckreiz machen die Milben auf sich aufmerksam. Hinzu kommt, dass sich die Haut verdickt und schuppig wird, wenn sich
das Chinchilla kratzt. Die Tiere magern außerdem ab. Bitte gehen Sie unbedingt zum Tierarzt.
Das Chinchilla muss geschoren werden, um effektiv behandelt werden zu können. Außerdem muss der Käfig desinfiziert werden.
Ballenabszesse
Ballenabszesse entstehen bei unsauberer Haltung, Bewegungsmangel oder aber auch durch kleine Verletzungen, in die schnell Bakterien
eindringen können, aber auch scharfes Holzeinstreu, zu viele glatten Flächen (Sitzbretter) und ein zu kratziger Teppich beim Auslauf können
Auslöser sein. Die Abszesse bilden Schorf und können darunter eitern.
Behandlung: Der Tierarzt wird eine Zinksalbe verschreiben. Was sollten Sie für Ihr Tier tun? Nehmen Sie sofort und bis
zur Heilung die Spreu und den Sand aus dem Käfig raus. Es darf nichts in die offene Wunde gelangen. Legen Sie den
Käfig mit unbedruckten Küchentüchern oder sauberen Geschirrtücher aus. Hier müssen Sie probieren, was das Tier nicht anfrisst. Nie mit Zeitungen! Die Druckerschwärze ist Gift!
Für die Zukunft und zur Vorbeugung: Chinchilllas lieben unebene Flächen unter ihren Füßchen und die brauchen sie auch
dringend. Die meisten Halter verwenden jedoch fast ausschließlich Sitzbretter. Bauen Sie Korkröhren und viele Kletterste
von ungespritzten Apfel- oder Birnenbumen, Weide oder Haselnuß ein. Kochen Sie Steine aus und bereichern Sie
damit die Sitzmöglichkeiten. Ihre Chinchillas werden dies lieben. Den Kratzeteppich entweder entfernen und wenn dies nicht möglich ist, während des Auslaufes Decken o.ä. drüberlegen.
Foto beginnender Ballenabzess mit freundlicher Genehmigung von Ines
Harnwege/Genitaltrakt
Harnträufeln Das Fell rund um die Geschlechtsorgane ist nass. Das Chinchilla muss häufiger, jedoch aber in kleineren Mengen als normal, Harn lassen. Bei
frühzeitigem Erkennen und Behandeln ist eine Heilung möglich, oft wird dies jedoch chronisch.
Blasenentzündung
Auslöser: Bakterien, z.B. E. coli, Staphylokokken, Streptokokken, Steinbildung in der Blase möglich. Vom Chinchilla hört man anfangs leichte
Schmerzäußerungen beim Wasser lassen, Harnabsatz nimmt zu, im weiteren Verlauf rötlich-braun-Färbung des Urines sichtbar. Bei
Keimstreuung, starken Blutungen, chronischem Verlauf sinken die Chancen auf Heilung bzw. Besserung.
Penisring
Lose Haare bleiben an der Penisschleimhaut kleben und bilden so nach und nach einen Haarring. Das Chinchilla hat
wahnsinnige Schmerzen, leckt sich ständig am Penis. Oftmals, wenn der Ring zu dick ist, können Sie ihn sogar
sehen. Das Tier muss schnellstmöglich von dem Ring befreit werden, da sonst eine Blutvergiftung durch den bald dann abgestorbenen Penis droht.
Foto nach Haarring mit freundlicher Genehmigung von Nadine
Penisvorfall Ein Penisvorfall entsteht bei sexueller Überbeanspruchung, er kann aber auch durch Stress ausgelöst werden. Der
Penis kann nicht mehr eingefahren werden. Das Tier muss sofort zum Tierarzt. Anschließend sollten Sie dem Tier eine sexuelle Schonfrist von einigen Monaten geben. |
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