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Teil 2 Zahntagebuch

Fortpflanzung

Trächtigkeit und Geburt

Die Aufzucht

Die Handaufzucht

Wachstum

Fortpflanzung
Ca. 28 Tage beträgt die Zykluslänge des Chinchillaweibchens. In Gefangenschaft kann sich diese aber auch verzögern oder ganz entfallen.

Die Brunst dauert insgesamt ca. 3-5 Tage. Meist wird ein Hitzepfopf ausgeschieden, eine Schleimhaut- und Sekretmischung, den man aber oft nicht mehr in Einstreu finden kann, da er einfach zu klein dazu ist, wenn er ausgetrocknet ist. Sichtbarer ist daher schon die schleimige, leicht rötliche Flüssigkeit, die das Weibchen verliert. Außerdem wird das Weibchen meist etwas anhänglicher dem Halter gegenüber.

Wenn es dann an der Zeit ist, rennt das Männchen dem Weibchen hinterher, was das Weibchen erst einmal gar nicht so mag; es beißt, faucht, wehrt ab, bis es dann zur eigentlichen Paarung kommt, die dann mehrmals hintereinander erfolgt. In den Pausen dazwischen ruhen sich die Tiere aus, kuscheln miteinander. Wenn die Paarung abgeschlossen ist, wird das Weibchen einen Deckpfropf ausscheiden, der aber genauso selten gefunden werden wird wie auch schon der Hitzepfropf.

Trächtigkeit und Geburt
Im Durchschnitt dauert die Trächtigkeit 111 Tage. Während dieser Zeit benötigt das Weibchen zusätzliche Vitamine und Mineralstoffe.

Tastbar für Profis ist der Fötus nach ab ca. dem 20. bis 30 Tag. Ab ca. dem 40. Tag ist der Kopf fühlbar. Deutlicher wird dieser nach nach 80. Tag spürbar sein. Die Größe des Fötus lässt sich ab ca. dem 90. Tag feststellen.

Einem erfahren (Hobby-)Züchter wird es gelingen, die Herzchen ertasten zu können und die Bewegungen der Föten zu spüren. Ich rate dringend Leien davon ab, nach dem trächtigen Weibchen zu greifen, nur um auch mal diese Erfahrung machen zu können. Sie können dem Weibchen dabei mehr schaden, als Sie überhaupt ahnen können. Oftmals passiert es, dass es danach ihre Jungen verwirft. Also lassen Sie sie lieber vom Tierarzt untersuchen, wenn Sie nicht sicher sind, ob sie trächtig ist, und dies auch bitte nur nach entsprechender Indikation. Stress sollte unbedingt vermieden werden - es besteht die Gefahr des Verwerfens.

Meist findet die Geburt am Morgen statt. Genauso wie man beim Menschen nicht voraussagen kann, wie lange eine Geburt dauern wird, kann man es beim Chinchilla auch nicht. Sie kann von 30 Minuten bis zu mehreren Stunden dauern. Meist werden 1-3 Junge geboren. Sollten Sie Komplikationen während der Geburt bemerken, zögern Sie nicht und fahren Sie direkt zum Tierarzt.

Die Nachgeburt, die bis zu 3 Stunden nach der Geburt ausgeschieden wird, wird meist vom Weibchen aufgefressen.

Bereits ca. 3 Tage nach der Geburt findet schon wieder die nächste Brunst statt. Rein theoretisch kann das Weibchen dann schon wieder aufnehmen. Empfehlenswert wäre allerdings, ihr eine Pause zu gönnen, damit sie sich erst einmal um ihre Jungen kümmern kann und wieder zu Kräften kommt.

Die Aufzucht
Chinchillas kommen bereits mit dichtem Fell auf die Welt. Ca. 8 Wochen nach der Geburt setzt die so genannte Babyfellreife ein, nach 5-6 Monaten die Jungtierfellreife und nach ca. 8-12 Monaten die Erwachsenenfellreife. Sind die Tiere erst einmal ausgewachsen, erleben sie den Fellwechsel meist am Jahresbeginn.

Weiterhin kommen die Jungen mit offenen Augen und meist schon mit allen Zähnen zur Welt. So nass wie sie sind, suchen sie erst einmal die Wärme der Mutter auf, die sie meist auch sauberleckt, wenn das nicht der Vater übernimmt, weil sie noch mit der Geburt beschäftigt ist.

Ein gerade geborenes Chinchilla sollte zwischen 35 und 60 Gramm wiegen. Dieser große Unterschied beruht daraus, wieviele Junge geboren wurden. Wird nur eines geboren, kann es die 60 g noch etwas überschreiten.

Wiegen Sie die neuen Sprösslinge täglich, um sofort reagieren zu können, wenn das Gewicht absinken sollte. Gerade bei Mehrlingsgeburten kommt es vor, dass das Schwächste zu wenig Milch abbekommt und wohlmöglich per Hand aufgezogen werden muss.

Ca. 2 Wochen nach der Geburt sollten die Babies beginnen, zusätzlich zur Muttermilch auch feste Nahrung zu fressen. Bis zur 8. Woche sollten sie trotzdem noch gesäugt werden, wenn die Milch so lange reicht.

Das Geburtsgewicht sollte sich am Ende der 3. Woche verdoppelt haben, nach 4 Wochen wiegen die Babies zwischen 85 und 180 g, nach 2 Monaten ca. 200 bis 300 g. Ausgewachsen, also nach etwa 1 1/2 Jahren, bringen ganz zarte Tiere ab 400 g auf die Wage, sehr stabile Tiere bis hin zu 1000 g, das Durchschnittsgewicht liegt jedoch bei 500 bis 600 g.

Handaufzucht
Manchmal ist es notwendig, gerade wenn mehr als 3 Junge geboren wurden und/oder die Mutter zu wenig Milch hat, dass mindestens ein Junges mit der Hand aufgezogen werden muss.

Mit einer Mischung aus Säuglingsmilch für die ersten Lebenstage, etwas Kondensmilch (7,5%) und Wasser zum Verdünnen kann ein dünnflüssiger Brei hergestellt werden, der mit etwas Milchsäurebakterien, z.B. Omniflora aus der Apotheke, angereichert werden. Chin fuetternDieser Brei wird in eine Einmalspritze ohne Kanüle gezogen und dem Babychinchilla tropfenweise verabreicht. Achten Sie bitte darauf, dass es sich nicht verschlucken kann. Es ist dringend notwendig, das Baby alle 2-3 Stunden in den ersten Wochen zu füttern. Bieten Sie außerdem Trockenfutter und Heu an, denn oftmals wird dies auch schon nach wenigen Tagen gefressen. Kontrollieren Sie desweiteren täglich sein Gewicht. Nach 2 Wochen vergrößern Sie vorsichtig die Fütterungsabstände. Wenn die Tiere nach ca. 4 Wochen genügend Trockenfutter und Heu zu sich nehmen, reicht es aus, sie täglich nur noch 2-3 Mal zuzufüttern. Spätestens nach 8 Wochen sollten Sie das Zufüttern ganz einstellen.

Wenn es die Mutter vollständig verstoßen haben sollte, müssen Sie es unbedingt selbst wärmen. Bewährt hat sich ein kleines Beutelchen, welches Sie sich umbinden und den kleinen Kerl bei sich tragen, am besten noch unter einem T-Shirt oder einem luftdurchlässigem Pullover.

Auch wenn Sie alles richtig machen und diese winzigen Wesen sachgerecht ernähren, wärmen und behandeln, wird nicht jedes Baby überleben können. Leider ist das der Lauf der Natur und die lässt sich nicht so einfach austricksen. Aber wenn das Junge überlebt, können Sie sicher sein, dass Sie ein sehr zahmes, anhängliches und relativ krankheitsunempfindliches Tier groß gezogen haben.

Foto fütterndes Chinchilla mit freundlicher Genehmigung von Nadine

Wie schwer sollte mein Chinchilla sein?
Dieser Wert ist nicht zu pauschalisieren. Wie auch beim Menschen kommt’s auf die Gene drauf an. Es gibt große, kleine, dicke, dünne Chinchillas und trotzdem können alle wohlauf und gesund sein. Kümmerlinge, das letztgeborene aus einem Mehrlingswurf und Inzuchttiere werden meist von Hause aus bereits kleiner als "normal" geboren und bleiben holen den Größenunterschied dann auch nicht mehr auf.

Durchschnittlich sollte der Wachstumsverlauf aber folgendermaßen aussehen:
 

Tag

Gramm

 

Woche

Gramm

1

45

 

5

160

10

65

 

10

280

20

100

 

20

400

30

130

 

30

450

 

 

 

40

490

 

 

 

50

520













Woche

Körperlänge

Schwanz

1

110

60

5

150

75

10

185

105

20

220

135

30

225

140

40

235

140

50

240

145