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ANTHONY & LOUIS

...wie noch einmal ein paar Gramm Chin mein Herz erweicht haben...

Hallo, ich bin Anthony. Als ich mir mein neues Frauchen ausgesucht habe, war ich gerade mal 3 Tage alt. Aber alles der Reihe nach:

Geboren wurde ich am 25.12.2005 als erstes von insgesamt 4 Babys bei Angi. Na ja, ich war der Schwerste, der einzige Standard und das einzige Böckchen in diesem Wurf. Angi beschloss, unsere Mutti zu entlasten und uns mit der Spritze zuzufüttern. Hm, lecker das Zeug.

Am 28.12.2005 lernten wir dann Kerstin kennen. Hm, die hat uns vier in der Hand gewärmt, schön war das. Angi hat allerdings mit ihr „geschimpft“, sind wir doch immer eingeschlafen und hatten dann nicht mehr sooo das Interesse an der Milchspritze… Ich glaube, mich fand Kerstin vom ersten Anblick an süß. Ich war auch nicht bös, als sie sich über meine Staubsauernase amüsierte, na ja, ich hab aber auch ne putzige Zeichnung im Fell. Trotzdem musste ich ganze Überzeugungsarbeit bei ihr leisten. Obwohl ich meinen Charme nur so sprühen lies, blieb Kerstin hart. Nein, sie wollte keine weiteren Chins mehr. Auf der anderen Seite fand sie es aber toll, uns zu halten und war traurig, dass ihre beiden Schwaben nur schliefen, sie hätte sie doch gerne mal munter erlebt, aber gegen 0.00 Uhr, wenn sie munter werden, schläft sie immer schon. (Anmerkung von Kerstin: Seit meiner Rückkehr sind sie früher wach, als hätten sie es gehört.)

Von Tag zu Tag setzte Kerstin mich aber immer häufiger zurück in unsere kleine Transportbox, während Angi einen von uns fütterte. Warum? Ich wollte doch zu ihr. Na ja, sie war erkältet, ein guter Grund, aber irgendwas war da noch. Immerhin überlegte sie schon mal, ob sie mich haben möchte, aber ich konnte nichts mehr ausrichten, sie flog wieder ab, ohne mich, heul.

Nun musste ich mir etwas einfallen lassen. Was mach ich nur? Ich hatte mir ein gutes Polster angefuttert, also weigerte ich mich zu trinken. Ich bekam ja noch was von Muttern, aber von Angi wollte ich nicht mehr wirklich was. Das ging so 2,3 Tage, dann fragte endlich Kerstin nach mir. Angi erzählte ihr, dass sie mir offenbar fehlt, ich würde nicht richtig trinken wollen, werde mit meinem Gewicht selbst von der leichtesten Schwester bereits fast überholt… Buff, das hat gesessen. Kerstin hat sofort mit mir telepathisch Kontakt aufgenommen. Das erste, was ich ihr sagte, war: „ICH WILL ZU DIR! ICH WILL ZU DIR!“ Sie redete ruhig mit mir. Sie könne mir keine Versprechungen machen, ich muss aber erst mal richtig wieder zunehmen, ein großer fideler Junge werden, sie muss ihr komplettes Wohnzimmer neu einrichten, damit ins 16qm große Wohnzimmer eine zweite Voliere rein passt…jaaaaa, ich versteh das ja alles, aber ich will zu dir, Kerstin.

Am nächsten Tag fragte sie wieder nach mir. Ich hatte 2g zugenommen. Sie freute sich riesig. Abends nahm sie wieder mit mir Kontakt auf und meinte, es wäre ihr jetzt klar geworden, dass ich zu ihr gehöre. Na, endlich, Kerstin. Da musste ich erst in den Hungerstreik treten, damit du aufwachst!

Seit diesem Tag bin ich nicht mehr zu bremsen. Ich habe im Affentempo das Springen gelernt, selbst auf das höchste Brett kam ich früher als das Otto-Normal-Chin, sagt Angi. Ich nehme zu, wie es sich gehört, und ich bin so mobil und unternehmungslustig geworden, so, wie es sich Kerstin gewünscht hat. Für mein Alter (derzeit 5Wochen) bin ich laut Angi schon so was von selbstständig…ganz anders, als Leute in meinem Alter. Hihi, hat Angi noch nicht bemerkt, dass ich bereits schon heimlich die Koffer gepackt habe?

In Kerstins Tierkommunikations-Übungsabend war ich auch schon per Foto zu Gast. Ihre Lehrerin nahm mit mir Kontakt auf. Sie schmunzelte nur über mich und meinte: „Das erste, was kam, war ICH BIN KERSTIN IHRER! Der weiß schon ganz genau, was er will. Er kommt mir sehr aktiv und mobil rüber. Mit dem kleinen Kerl wirst du keine ruhige Minute haben.“ Ja, das denke ich auch, Kerstin. Und mach dir keine Gedanken, ich suche mir schon noch einen lieben Partner aus, wenn die Zeit reif ist. Das hab ich dir ja heute gesagt: Ich mag jedes Chin. Und Auswahl bei Angi hats ja genug.

Anthony

Hallo, ich bin Louis und wurde am 13.12.2005 bei Angi als wohlbehütetes und liebevoll umsorgtes Einzelkind geboren. Angi meinte, ich sei eigentlich sehr pflegeleicht und zutraulich, aber ruhiger als Anthony, aber derzeitig teste ich die Nerven meiner Umgebung. Ich werde ganz schön in die Schranken verwiesen - von Anthony und verbal von Frauchen. Naja, aber könnt ihr nicht verstehen, dass ich bei meinen Eltern nie was durfte und jetzt als Teenager die Grenzen austeste?

Louis

06. Februar 2006
Ich nahm Kontakt mit Anthony auf. Man, hat der sich wieder gefreut. Mensch, der sitzt da echt bei Angi und kann es gar nicht mehr abwarten, groß genug zu werden, dass er nach Berlin reisen darf. „Ich bin schon fertig!“, meinte er. Er wollte gleich losfahren. Das ist so ein keiner Quirl. So quirlig wie sein Verhalten, so quasselfreudig ist er. Anthony muss es aus einem vorherigen Leben kennen, das man mit ihm spricht. Es war ihm von Anfang an so vertraut.

Seinen möglichen Kumpel Louis hab ich auch angefunkt. Er ist mehr der ruhige Chinjunge. Glaube, ihm ist das Doolittlen noch nicht ganz geheuer. Allerdings ganz stolz hat er mir kleine rote Teile zum Fressen gezeigt. Angi bestätigte mir später, dass er dieses Leckerlie (Möhre aus Mischfutter-Mischung) wirklich liebt. Ansonsten ist er über seine Zukunft noch sehr unschlüssig. Na, warten wir mal ab. Es wird sich schon finden, wie es sein soll.

12.02.2006
Hatte grad heute wieder mit Anthony gesprochen und ihm erzählt, dass ich ihn in 5 Tagen besuchen komme. Er wusste es schon. Seine Frage war gleich: "Nimmst du mich dann mit?" Da muss Angi Taschenkontrolle bei Abfahrt machen, glaub ich. Er kann es gar nicht mehr erwarten.

20.02.2006
Ich bins, Anthony.
Mein neues Frauchen hat mich besucht, sie hat ihr Versprechen gehalten, freu. Schaaade, dass sie mich nicht gleich mitgenommen hat, aber das hat sie mir erklärt: Ich bin nämlich erst 8 Wochen alt und ab 12 darf ich erst an weite Reisen denken und ich musste mich noch für einen Kumpel entscheiden; meine 3 Schwestern darf ich ja nicht behalten, hat sie erklärt (Inzucht). Gut, das hab ich verstanden. Insgeheim hatte sie aber schon entschieden, dass Louis richtig gut zu mir passen könnte. Also durfte ich am Samstag Abend Louis kennenlernen. Man, Leute, erst schickt ihr mich auf meinen ersten Auslauf im Leben und dann soll ich mich gleich für ein anderes Chin interessieren! Erwartet ihr von einem Teenager nicht zu viel? Süß war er ja, der andere. Der ist mir völlig interessiert immer hinterher gelaufen. Naja, armes Würschtel, der ist ja Einzelkind. Aber ich hatte den Eindruck, dass er Kerstin auch nett fand. Also Kerstin, Sache ist beschlossen, wir mögen uns und ziehen zu dir!!!

Sehen wir nicht beide süß aus auf den Fotos? Fast wie Zwillies, was? Ich bekomme die helleren Ohren und habe den kürzeren Schwanz; Louis hat nen ganz laaaangen Puschelschwanz und die Ohren sehen dunkler aus. Ach, und ich bin verwandt mit Tabansi und das kann ich nicht leugnen: Ich hab denselben "Watschel-Kriech-Gang" wie Tabansi. Kerstin hat echt gelacht, als sie mich hat laufen sehen.

Zum Schluss bin ich bei Kerstin auf dem Arm eingeschlafen. Das war schön. Einen Tag später durfte ich noch mal bei ihr unter der Jacke schlafen. Och, das könnte mir gefallen. Da hat sich nachts Kerstin noch zu uns ins Chinzimmer gesetzt und wollte sich von mir und Louis verabschieden. Da hab ich es mir einfach bequem unter der Jacke gemacht und so saß sie dann ne gute halbe Stunde mit mir. Louis war da etwas zurückhaltener. Angi hat gemeint, sie kennt uns nur "anders herum", Louis als Kuschelchin und ich der Entdecker. Da hat die gute Angi doch ganz schön aus der Wäsche gestaunt über uns 2 kleine Knäule. Hihi, Kerstin wars klar, dass ich mehr mit ihr kuschel.

Ich freu mich schon auf unsere lange Reise nach Berlin.

Anthony

Samstag, 18.3.06
Nach mehrmaligen gemeinsamen Ausläufen im Angi-Chin-Kindergarten sind auch heute Abend Louis mit Anthony auf gemeisame Entdeckungstouren gegangen. Alles lief -wie auch die letzten Male, wie Angi mir erzählte- sehr harmonisch ab. Zur Nacht kamen die beiden dann in das erste Mal gemeinsam in einen Käfig zu mir auf den Nachttisch. Die Nacht verlief super harmonisch. Ab und an wachte ich auf, um zu schauen, aber da saß ein kleines graues Wollknäul zusammengekuschelt da und schlief seelig.

Montag, 20.3.06
Es geht auf große Fahrt nach Berlin. Umsteigen in die Transportbox. Schon in der Transportbox legten sich beide auf meine Hand und schliefen ein. Anthony kippte auf die Seite, alle vier Pfoten von sich...es fehlte nur noch ein hörbares Schnarchen.

Auf der Autofahrt zum Bahnhof verlief auch alles sehr ruhig, sie schliefen. Im ICE verschliefen sie -mit samt Frauchen- die ersten 3 Stunden fast komplett. Dann war Frühstücken angesagt. Die fraßen Pellets, tranken Wasser und legten sich gestärkt mit der Nase in die Sonne und verfielen in den nächsten Tiefschlaf.

In Berlin angekommen gings mit dem Auto weiter nach Hause. Meine Eltern holten mich ab. Zuhause angekommen brauchte meine Mutti - Gegenerin von noch weiteren Chins - ganze 3 Sekunden, dass ihr ein "süß" rauskam und nix kam mehr von ihr. Louis fremdelte etwas in seiner Box. Zu viel Neues. Also ließen wir ihn erst einmal in Ruhe. Anthony hingegen suchte meine Nähe, hopste mir auf die Hand, legte sich in meinen Arm und schlief ein. Nach einer Weile war auch Louis aklimatisiert. Meine beiden großen Schwaben, Theolino und Tabansi, beobachteten die Situation sehr genau und waren sehr fröhlich drauf, hopsten durch den Käfig, freuten sich schier. Also hielt ich Tony mal kurz ans Gitter. Ein sehr freundliches Geschnuppere ging los. Wenig später stellte ich Louis vor, ein Babygeschrei ging los. Er hatte Angst. Kein Problem, ich setzte ihn mit zu Anthony zurück in die Transportbox. Wenig später wurden sie unruhig und ich wollte sie den neuen Käfig erkunden lassen. Tony hopste mutig rein, Louis wollte ich reinsetzen, er drehte sich schlagartig um und hopste mir zurück auf den Arm. Erst als ihn Tony abholte, ging er mit ihm auf Erkundungstour. Es dauerte keine 5 Minuten, da hatte Tony als Erster entdeckt, dass es noch eine zweite Ebene gab. Quiek quiek gings los. Währenddessen saßen meine beiden großen -wie beim spannenden Krimi- auf ihren Ästen und schauten den Kleinen zu. Sie bewegten sich keinen mm. Wenig später saß auch Louis oben, sie fraßen, tranken, erkundeten weiter. Müde? Wir? Nö! Hier gibts zu viel zu sehen. Das einzige, was Probleme macht, sind die Äste. Auf Ästen laufen/Klettern müssen sie erst noch lernen.

Dann aßen wir 3 Abendessen. Anschließend saßen meine Großen am Türchen und wollten raus. Theolino kam sofort raus, Tapsl traute sich nicht, kam erst auf viel Zureden dazu. Dann hopsten und sprangen sie völlig ausgelassen durchs Wohnzimmer, betrachteten die Kleinen, die sich mittlerweile wieder unten im Käfig aufhielten, als etwas, was dazu gehört und schon ewig da ist. Kein Gekeife, nix, nur blanke Harmonie. Es war zu schön. Der Transportkäfig stand noch leer auf der Erde, die Großen gingen ihn abwechselnd aufsuchen und schnupperten ganz aufgeregt im inneren, aber eben auch völlig friedlich, eben nur neugierig.

Nach langem Auslauf gingen die Großen dann zurück in den Käfig, während die Kleinen es sich in der Korkröhre oben gemütlich gemacht hatten. Ich saß noch eine Weile im Zimmer, aber auch dann fielen mir die Augen zu. Dann stellte ich meinen beleuchteten Brunnen an den Käfig von Anthony und Louis zwecks Orientierung. Theolino bat ich, auf alle ein Auge zu haben, er ist der Älteste.

Morgens schliefen alle 4 sehr friedlich. Tapsl kam mich begrüßen, später kamen die beiden Kleinen zu mir auf den Arm, als sie auf dem Weg zum Frühstücken waren. Der Napf war über Nacht fast leergefressen! Bengee war -erstaunlicherweise- gestern sehr lieb zu mir, schnupperte vorsichtig an meiner Hand, aber ich hatte dann doch zu sehr Bange, die Hand mehr in den Käfig zu geben, wollte nicht wieder blutige Finger riskieren.

22.03.2006
Die Großen rennen mit einer Begeisterung draußen rum, springen im Käfig, erzählen Romane, speziell Tabansi, kommen ans Gitter, lassen sich den Kopf kraulen, kommen kurz auf die Hand, nix mehr mit Schlaftablette… Was ist da nur passiert? Theolino betrachtet draußen den Babykäfig, als wär er ein Möbelstück, obwohl die Kleinen mal auf den Boden kommen, um zu schauen. Tabansi war ganz aufgeregt, als Louis unten war. Sie haben sich beide angeschnuppert, nicht angekeift. Taps wollte jedoch durchs Gitter durch und ich riet Louis, die Pfoten zu sichern. Anthony kam nicht runter, sondern schlief in dem Moment oben weiter. Taps war sehr aufgeregt, aber friedlich. Irgendwann hopste er weiter draußen rum, Louis ging nach oben.

Heute Morgen hat mich Louis begrüsst, Tony schlief noch, gestern nach Feierabend schlief Louis tief und fest und Tony hat mich begrüßt. Die beiden Großen waren ganz hippelig und Taps quiekte mir die Erlebnisse der Nacht ins Ohr. Die werden richtig munter, die zwei. Hätt ich nie gedacht.

Am liebsten wären die Kleinen gestern schon rausgekommen, aber das will ich noch nicht. Sie sollen sich erst einmal im Käfig zurechtfinden. Tony kann schon super auf den Ästen klettern, Louis ist noch etwas unsicher darauf. Einen nach dem anderen hatte ich gestern unterm Pullover. Während Louis etwas ängstlich war, fands Tony toll, nur sollte ich das nächste Mal schauen, was ich drunter hab, der Hemdspitze fehlt jetzt ne Spitze, grins.

23.03.2006
Gestern der erste Auslauf für die Minnies war voll der Spaß. Sie sind beide getobt, gelaufen, gerannt, gesprungen (Anthony die Wand hoch und im Flug umgedreht). Louis kam häufiger auf meine Schulter und von dort aus gings über die Haare wieder runter auf den Boden. Das beste für sie war eine dicke Mikrofaserdecke, die eigentlich nur eine Lücke zwischen Boden und Schrankende verschließen sollte, aber auf die konnte man so toll raufspringen und einsinken. Die beiden waren nicht müde zu bekommen. Zwischendurch legte sich Anthony an die Wand, Beinchen auf die Seite ausgestreckt…leider hatte ich meine Digi nicht mit… Mit einem Quiekkonzert wurde der einstündige Auslauf für gut befunden.

Zurück gings dann über die Transportbox in den Käfig. Klappte hervorragend. Im Käfig angekommen musste ich Tony noch dirigieren, dass er sich an eine Stelle niederlegt zum schlafen, die ein breiteres Brett hat, damit er nicht runterfällt. Hat er auch gemacht – nach diesem Foto.

Die beiden großen sind vorher im Wohnzimmer gelaufen, aber nachdem sich die beiden mal kurz in die Haare bekommen hatten und leicht Fell von Taps flog, wollte ich die Lütten lieber separat laufen lassen und den anderen Käfig noch verkleiden, bevor sie im Wohnzimmer laufen können. Möchte ja nur auf Nr. Sicher gehen.

26.03.2006
Gestern Abend ließ ich also erst Theolino und Tabansi in den Flur, schloss hinter ihnen die Tür, sammelte Anthony und Louis in die Transportbox und setzte mich mit den 4 in den Flur. Noch hinter Gittern schnupperten sich alle friedlich an, aber kaum waren die Minnies auf Tour, schossen sie (voran Louis!, von dem ich es am wenigsten erwartet hatte) auf die beiden Großen zu und bissen ihnen richtig große Fellstücke raus, „vorzugsweise“ von Theolino. Taps hatte nur noch Angst, verkroch sich hinter meinem Rücken, ebenso nach 2,3 Minuten Anthony und Theolino. Ehrlich gesagt, führte sich Louis ähnlich auf wie damals Kevin… (s. Theolino & Tabansi).

Taps stieß nur noch Angstlaute aus, die beiden Großen fingen an sich gegenseitig zu jagen und zu beißen. Irgendwer hat Theolino wieder am Hals erwischt! Nach paar Sekunden sahen mich die beiden Großen hilfesuchend an, da steckte ich die beiden Kleinen zurück in die Box und anschließend in ihren Käfig zurück. Die Großen beließ ich zur Beruhigung im Flur und setzte mich anschließend mit dazu. Sie schauten in jede Ecke und hopsten dann beide auf mir herum, regelrecht anhänglich. Irgendwann fingen sie an zu erzählen. Ich öffnete die Wohnzimmertür und ließ sie ins Wohnzimmer. Erst einmal gingen sie baden, dann liefen sie weiter. Nachdem die Großen müde waren und zurück in den Käfig gingen, gabs ein Leckerlie und ich ließ die Kleinen das erste Mal im Wohnzimmer laufen. Vorher verbarrikadierte ich für alle Fälle den Käfig der Großen, was sich als unnötig erwies, denn Theolino kam sogar sich die Kleinen laufend anschauen – wohlweißlich geschützt hinter seinen bekannten Gittern. Taps saß nur noch im Haus und winselte vor sich hin. Es klang sehr kläglich. Im ersten Moment dachte ich, er sei verletzt, aber ich konnte keine Verletzung entdecken. Es war „nur“ Angst.

Anthony und Louis liefen erst sehr vorsichtig, naja, es war alles unbekannt. Doch schon bald fegte Anthony durchs Zimmer, als kenne er nix anderes. Die beiden hatten ihren Spaß und ließen die Großen zufrieden.

Ich vermute, dass es einerseits die Angst der Großen seit dem Erlebnis mit Kevin war, andererseits wird Anthony seit Freitag grad geschlechtsreif. Ok, es soll eben nicht sein, dass sie zusammen laufen. Kein Problem, laufen sie eben hintereinander.

27.03.2006
Heute Morgen kamen mir Theolino und Tabansi auf den Arm gesprungen – beide gleichzeitig – und saßen für Sekunden beide dort still. Sie waren wieder die Alten, nur irgendwie etwas anhänglicher als gewohnt. Louis hat nur noch im Sinn aus dem Käfig zu flüchten (leichtes Spiel, solange diese Falltür noch dran ist…), Anthony hatte sich richtig zurückgezogen, weil sich Louis regelrecht penetrant verhielt und ihn immer verdrängte. Ich denke, die haben mit sich beide derzeit rangordnungsmäßig genug zu tun.

Ich habe heute Morgen den beiden Großen in die Pfote versprochen, dass sie weiterhin separat laufen dürfen, wenn sie es möchten. Ich halte es für das Beste. Ich ahnte ehrlich gesagt nicht, dass ihr Schock mit Kevin doch so tief sitzt und sie solche Angst zeigen sollten. Damit war es für mich auch schlagartig klar, weshalb es vorher so friedlich zuging.

Abends lief der Auslauf wieder völlig harmonisch und ruhig ab. Als erstes waren die Minnies wach und liefen. Hm, das weckte die Großen, die nun ganz traurig dreinschauten. Beide „Parteien“ hatten ihren Spaß und pesten durch`s Wohnzimmer, die jeweils anderen im Käfig völlig neutral behandelnd. Na bitte, dann geht’s halt so. Ich sollte nur warten, bis die Großen draußen waren. Schließlich haben sie das ältere Hausrecht und das haben sie sich auch verdient.

Taps und Theolino kamen heute Morgen wieder kurz auf meinen Arm. Beide quiekten ganz freudig. Auch wird Louis seit gestern Abend ein wenig von Anthony in seine Schranken gewiesen. Auch diese beiden gehen jetzt harmonischer miteinander um. Anthony drängt Louis jetzt immer etwas vom Türchen weg, wenn er sich dort zu „fett“ macht, um Aufmerksamkeit zu erhaschen.

31.03.2006
Obwohl Anthony derjenige ist, der mit seinen 13 Wochen schon geschlechtsreif ist, ist es Louis, der Krach mit den Großen sucht, kommen sie aus Versehen mal zu nahe an "seinen" Käfig. Überhaupt führt er sich auf wie ein noch völlig unreifer Teenager, drängt sich ständig in den Vordergrund, drängt Anthony weg vom Futter usw. So nach dem Motto "ich hab noch Babyrechte". Ich denke, der holt jetzt alles nach, was er bei seinen Eltern nicht durfte. Heute Morgen hab ich ihm mal unter den Rock geschaut, da ist noch nicht mal der Ansatz der Pubertät zu sehen...mit seinen 14 Wochen.

Die beiden Großen sind zu 95% sehr friedlich miteinander, ab und an gibts kleinen Streit. Aber es legt sich dann auch recht schnell wieder.

























2006/2007
Louis hat Mooooonate gebraucht, um geschlechtsreif zu werden. Überhaupt ist er ein “Mini-Chin” und Leichtgewicht. Neben Tony wirkt er noch kleiner und zarter wie eh schon. Aber ich habe nicht den Eindruck, dass ihm irgendwas fehlt. Louis nagt Tony ständig die Barthaare ab, obwohl Tony der Chef ist...sie kuscheln zusammen, naja, ab und an gibts mal Zoff, was sich aber schnell wieder legt.

Dezember 2007
S oooo schnell kanns gehen, wie bei kleinen Kindern, mal kurz nicht aufgepasst...

Tony geht gerne mit mir durch die Wohnung spazieren und schaut gerne aus dem Fenster, wenn draußen die Lichter an sind, also ab auf Frauchens Arm und sich durch die Wohnung tragen lassen. Ich habe Jalousien an den Fenstern und absolut nicht an dieses kleine Plastikteil gedacht, welches da an der Schnur dran ist. Plötzlich machts knaaaaack knister knusper schluck und Tony hatte sich die Schnur mit den Vorderpfötchen aufgeräufelt und das Plastikteil zerknackt, schön gut durchgekaut (boh, war das laut!) und geschluckt. Ich hatte keine Chance zu reagieren.

So, was nun? Abwarten, was passiert, tun konnte man ja eh nix. Nächsten Morgen machte er einen Eindruck wie gewohnt. Abends war sein Bauch etwas hart, lies sich nicht massieren, Tony quietschte auf. Also Sab Simplex rein in die Schnute (leider mit “Gewalt”, es war wohl nicht so sein Geschmack). Anschließend lies er sich den Bauch massieren, als er bei mir auf dem Arm saß. Dann lies ich ihn ganz lange gestern draußen alleine toben, bis paar viele anständige Kötel kamen. Dann habe ich ihm noch Bird Bene Bac gegeben (Darmaufbau - dachte, das kann ja jetzt nicht schaden), das nahm er freiwillig.

Heute Abend ist der Bauch wieder wie immer, Tony putzmunter und schlabbert nun noch sein Tübchen BBB fertig aus. Noch mal Glück gehabt, kleiner Kerl!

Januar 2008
Immer öfters ist Zoff im Hause Tony & Louis angesagt. Ich glaub, Louis denkt, Tony ist ein Mädchen, er will ihn decken...Dass das Tony nicht passt, ist klar. Tagsüber sitzen sie zwar nicht mehr so häufig, aber noch regelmäßig zusammen und kuscheln. Kaum sind sie wach, geht die Jagerei los. Vielleicht ist`s das Wetter, vielleicht die Planetenkonstellationen...die Menschen sind ja nicht anders drauf... Hoffe, das legt sich schnell wieder.

Februar 2008
Tony hat Louis die Tage ziemlich zugerichtet. Louis wollte ihn immer bespringen. Louis hat am Hintern kaum noch Fell, darunter so einige Wunden. Dann ist er noch irgendwo hängengeblieben, so dass das Ohr in zwei Hälften gerissen ist - an 2 Stellen. Louis hatte nur noch Angst vor Tony, so dass ich mit dem Gedanken spiele, auch die zu trennen. Ich hab sie in die Transportbox verfrachtet, nachdem ich mich nur noch schlafwandelnd vorwärtsbewegte und wie im Trance meine Arbeit verrichtete, da ich jede Nacht mehrfach wach war, wenn sie sich zofften. Als ich nicht mehr weiter wusste, hab ich den beiden gedroht: "Entweder sehe ich bis Samstag eine Besserung, sonst wird getrennt.” Am Nachmittag durfte Tony Louis putzen. Hm, Hoffnung haben? Abends fingen sie wieder an, sich bös zu jagen, also wieder in die Transportbox. Abends habe ich einen kleinen Hasenkäfig im Zimmer von Ben eingerichtet, ein Brett rein, Tonröhre, Sand, Futter, Wasser und...ja, Tony und Louis “reingestopft”. Mir war zwar nicht wohl bei dem Gedanken, aber wenn es die Wiederannäherung bringen soll... Boh, hat Tony mit mir geschimpft. Vor lauter Wut biss er mir leicht in den Finger, aber das war echt vor Wut. Auch musste gleich ne Trennwand zu Ben her, denn den hat er nur angefaucht. Ben hat vielleicht blöd geschaut, war er doch immer derjenige, der andere anfaucht... Ich hab mich dann vor den Käfig gesetzt und zu Tony gesagt: "Du hast es jetzt in der Hand, wie es weitergeht. Vertragen oder Trennung". Louis nahm das Ganze gelassen und ruhig hin, was mich sehr überraschte und wunderte. Es dauerte nicht lange, saßen beide zusammen auf einem Brett. Blitzwirkung? Die Nacht verlief nach Wunsch: Ich durfte endlich mal schlafen und träumen und morgens saßen die beiden über- und untereinander im Sand und schliefen. Abends dann bekamen sie die ex-Korkröhre von Theo und Taps, weil die ja jetzt ne ganz große bekommen haben. Und wieder durfte ich schlafen und Tony und Louis verbrachten die Nacht verkuschelt in der Korkröhre.

Dann habe ich mit Tony gesprochen und ihn mal nach dem Grund gefragt. Eifersucht. Ich habe so viel Zeit bei Theo und Taps verbracht (Scheidung bei den beiden im Januar 2008). Er wollte mehr Aufmerksamkeit und hat einen Weg gesucht, dies durchzusetzen. Boh, das hat gesessen. Natürlich hab ich ihm versucht ins Gewissen zu reden, dass das der falsche Weg war und dass er ja eh die meiste Aufmerksamkeit hat und mit mir durch die Wohnung laufen darf usw. Das müsste er doch wissen und verstehen und wenn andere Aufmerksamkeit brauchen, muss er dies verstehen und akzeptieren lernen.

Alles in allem macht Louis draußen (wenn sie im Flur laufen) und im kleinen Hasenkäfig einen sicheren Eindruck, keine Angst, lässt sich putzen, kommt auf meine Hand usw. Kaum setzte ich sie wieder in den großen Käfig zurück, gabs Jagerei, Angst, Flucht auf meine Hand. Äh? And now? Irgendwann müssen sie doch wieder in den Großen zurück, können ja nicht ewig im Kleinen sitzenbleiben. Und: Wenns der Platz ist, weshalb vertragen sie sich beim gemeinsamen Auslauf? Ich hab nur noch Fragezeichen im Gesicht.

22.02.2008, 2.00 Uhr - Scheidung 2008
Die ganze Zeit liefs in dem Hasenkäfig gut, sie verbrachten draußen ihren Auslauf und spielten schön. Alles kein Problem. Umsetzen in einen etwas größeren Käfig endete nach 2 Sekunden damit, dass Louis in Angst verharrte und Tony ihn begann zu jagen. Also wieder zurück in den Hasenkäfig. 20min später verbrachten sie ihren gemeinsamen Auslauf gestern Abend, powerten sich völlig aus, hatten viel Spaß und alles schien ruhig. Also ging ich schlafen. Nachts träumte ich davon, dass ein Chin totgebissen wird und hörte es schreien...nein, das war kein Traum, das war Realiät. Als ich es raffte, sprang ich auf und sah nur noch ein einziges Knäul. Wie man sich auf so engem Raum überhaupt noch jagen konnte, bleibt mir ein Fragezeichen. Ich fischte mir Louis raus, denn als ich sah, dass der Käfig viel Fell enthielt, war mir schon der "Rest" klar: Ich pustete in sein Fell und fand viiiiele ganz frische Bissverletzungen. Louis selbst glühte an den Ohren und ich hatte das Gefühl, dass er zitterte, er hatte einen Schock. Rescue half ihm dann - aber ich traf dann auch die Entschiedung, nicht noch auf Kreislaufzusammenbruch oder Todesbiss zu warten und trennte dann endgültig.

Während Tony in die alte Voliere zog, sich kurz umsah und sofort platsch auf seine geliebte Schieferplatte seitlich plumpste und nur noch das Schnarchen fehlte (ich räumte während der Zeit die Voliere ein und aus, damit jeder noch irgendwas Überlebenswichtige bekommt, denn nachts um 2 Uhr sind auch hier die Geschäfte zu), interessierte ihn das überhaupt nicht mehr, was ich tat. Louis hingegen saß da wie unter Schock. Ich nahm ihn in den Arm, aber so recht wollte er das nicht. Dann hab ich unter Beißattacken Bengee eine Tonröhre und einen Futternapf geklaut und sie Louis eingebaut, meinen Geschirrschrank geplündert für die "Sandwanne" usw.. Louis brauchte noch ne ganze Weile, um zur Ruhe zu kommen.

Morgens fand ich Louis in einem Tongefäß wieder, hob kaum den Kopf für den Apfel und fraß den auch nur zur Hälfte. Louis hat durch den Stress für ihn in den letzten Wochen ziemlich viel Gewicht verloren, besteht nur noch aus Knochen. Er war ja immer schon ne Handvoll, aber nun hab selbst ich, die ihn gewöhnt ist, Angst, ihm nen Knochen zu brechen, er wiegt nur noch 421g.

Tony lag morgens wieder auf der Seite und "schnarchte" und den Apfel musste ich ihm servieren, geholt hat er ihn sich nicht.

Jetzt sollen sie sich erst einmal wieder fangen, erholen, beruhigen und dann schauen wir gemeinsam, wie es weiter geht.

29.03.2008
Gaaaanz langsam nimmt Louis jetzt zu, leider wirklich nur gaaaanz wenig, nachdem er seit der Trennung noch mal weniger wurde (410g), aber er wird aufmerksamer, frisst recht gut, genießt seinen Auslauf, klettert gerne an mir hoch, wirkt derzeit zufrieden. Wär schön, wenn es bald mit einem Partner für ihn klappen könnte.

Tony genießt das derzeitige Singleleben in vollen Zügen. Er flitzt durch den Käfig, zerlegt die dicksten Äste in kleine Stückchen, vermümmelt Unmengen von Heu, nimmt sehr gut wieder zu und hängt - wie auf dem Foto sichtbar - so richtig entspannt ab. Bei ihm hat man den Eindruck, er ist zum Single geboren, aber ich lasse die Zeit und ihn entscheiden, was er möchte.

26.02.2009
Tony stürzt seit paar Wochen immer mal wieder imSchlaf vom Ast. Es wirkt wie Gleichgewichtsstörungen. Grad ist er wieder abgestürzt. Er hat aufgequietscht und saß wie versteinert da. Danach ist er wieder panisch durch den Käfig gerannt. Nun liegt viel Fell auf dem Boden, weil er am Ast hängengeblieben ist, seine Seite sieht etwas kahl aus. Ich weiß nicht mehr, wie ich seinen Käfig noch umgestalten soll, diesmal wars ne Höhe von ca. 20cm. Wieder saß er vorher da - schlafend. Ich mein, ich saß ja wieder dabei. Gewicht geblieben.

07.10.2009 - Zahnoperation
Tony, mein größter und schwerster von allen, grad innerhalb des letzten Monats sein Gewicht wieder um 20g auf 762g gesteigert, nagt alle Äste kurz und klein, frisst alles, was ihm unter die Pfötchen kommt und wurde heute an den Zähnen operiert...Nach der Erfahrung mit meinem Teddy wieder ein "Fall" von "verlasst euch nicht darauf, wenn das Tier frisst und nagt, es KANN doch was an den Zähnen haben."

Tony hat immer mal wieder ein nasses Auge, das ging dann nach Euphrasia-Gabe weg, kam wieder usw. Als ich jetzt nach einem Kurzurlaub nach Hause kam, da waren beide Augen betroffen. Abends sah ich dann was weißes dickes im Auge, was er sich mit der Pfote raus wischte und dann war alles wieder unterm Auge feucht. Dass es richtig tränt, hab ich nie gesehen.

Heute Morgen um 9.00 Uhr war er dann bei der Tierärztin, sie hat an den unteren Vorderzähnen eine schiefe Abnutzung bemerkt, an den oberen Backenzähnen, auf der Seite, wo es vorn schief war, ebenfalls eine schiefe Abnutzung, auf beiden Seiten je eine Spitze oben und die unteren Backenzähne stehen in Höhe der Schleimhaut, d.h. er wäre ein möglicher Zahnkanditat. KANN, muss aber nicht - so ihre Worte. Zähnchen wurden behandelt, Abstrich der Tränenflüssigkeit genommen und eingeschickt. Bis dahin gibts ein Antibiotika Floxal-Augentropfen.

Ich hab diesen quirligen Tony noch nie so elend nach der Behandlung gesehen. Vorher hat er noch auf meinem Arm die wartenden Patienten und die Anmeldung mit seinem Charme verzaubert - wiederbekommen hab ich ein Häufchen graues Fell. Die Fahrt über nach Hause versuchte er sich am Apfel - wir haben ja laaaaaaaaaaange genug im Stau gesteckt (Berlin ist eine einzige große Buddelgrube). Zuhause angekommen wollte ich ihm die Augentropfen geben und ihn in den Käfig setzen, aber er klammerte sich förmlich an die Transportbox. Na gut, ich hab Urlaub, ich hab Zeit. Ab auf die Couch. Ne halbe Stunde später merkte ich, wie er immer kälter wurde, also Rescue-Pillen ins Tier rein und ab unter die Decke, wo er freiwillig sitzen blieb, bis er dann halbwegs wieder Temperatur hatte und dann setzte ich ihn zurück in die Transportbox neben mir auf die Couch, wo er jetzt noch steht. Ein kleines Stückchen getrocknete Möhre ging schon rein, zwar sehr laaaangsam, aber er konnte sie zerbeißen. Jetzt quiekt er gaaaanz leise vor sich hin und guckt auch schon wieder wacher.

08.10.2009
Fakt ist, dass ich keinen Brei in ihn reinbekomme. Er schiebt die Zunge vor die Öffnung der Spritze. Irgendwann hatte er dann genug von meiner "Quälerei" und fing an zu beißen. Ich hab ihm dann gesagt, ok, ich höre auf, aber dann musst du selbst fressen. Als ich heute Morgen an seinen Käfig kam, ging er grad zum Pelletsnapf und fraß einige Pellets vor meinen Augen. Frischer Apfel geht auch, Himbeerblätter, Echinacea, div. kleine Kräuter, gaaanz wenige Heuhalme, 2-3Mal am harten Brot genagt. Keine Kaugeräusche zu hören. Also rein theoretisch kann er fressen. Ich habe jetzt beschlossen, ihn nicht zu quälen und ihn von der Couch zu beobachten, hab ja zum Glück noch Urlaub. Hab ihn gestern noch sauber gemacht, daher weiß ich, dass er zwar ein wenig kleiner kötelt, aber wie ein kleiner Weltmeister. Von daher denke ich, nimmt er noch genug selbst auf.

Ansonsten meinte Tony zu allem "Ich habe einen Schreck bekommen bei der Behandlung. Ich habe Schmerzen auf beiden Seiten. Aber du hast das Richtige getan." Ich werd ihn heute mal nach mgl. Ursache befragen.

09.10.2009
Nachdem dann gestern KEIN einziger Kötel mehr kam, habe ich ihn 2x für 1Stunde draußen laufen lassen, den Bauch massiert und nachdem er absolut KEINE Zufütterung wollte (er hat permanent die Zunge auf die Spritze gedrückt, so dass ja nix rauskam) wurde mir dann doch schon anders. Als abends, beim 2. Auslauf, der Bauch hart wurde und er sich nicht mehr massieren lassen wollte, gabs Sab Simplex. Es war ein Kampf, aber irgendwas landete davon im Tier. Stunden später gabs 2 winzig kleine Kötel. Na, immerhin.

ICh fragte ihn nach der Ursache der Zahnprobleme. O-Ton: Es war Pech und geht wieder weg. Nicht was du denkst. (ich dachte Zahnanomalie) Ich fragte, was ich für ihn tun kann. O-Ton: Mir gefällt deine Betreuung. Lässt du mich nochmal laufen? Das tat ich dann auch mitten in der Nacht (wozu Urlaub gut sein kann...). Heute Morgen wurde ich mit mind. 20 Kötel auf seinem Schlaf-Schieferstein belohnt, die zwar recht klein und vertrocknet aussahen, aber es waren Kötel. Frischen Apfel hat er nur angebissen und weggeschmissen, dafür getrocknete Birne - und die hat ja ne harte Schale - vor meinen Augen gefressen. Ging zwar sehr langsam, aber Stück für Stück hat er sie zerkleinert und gefressen. Heute gehts dann also mit Tony-Verwöhnprogramm weiter, so dass ich jetzt davon ausgehe, dass es stetig mit ihm Berg auf geht.

Habe mit Tony gesprochen, hier unser Gespräch:
Was ist die Ursache der Zahnspitzen
Ich gehe davon aus, dass es der harte Ast war
Welche Ursache hat das Augenproblem
keine Ahnung
Warum hilft dir die Salbe nicht
die brennt
Was kann ich noch für dich tun, dass es dir bald besser geht
du tust doch alles für mich
Was macht deine Verdauung
die fängt an zu funktionieren
Warum kannst du noch nciht richtig fressen
es tut noch weh
Was kann ich dir noch anbieten
Eine Birne wäre schön
Warum wehrst du dich so gegen die Medikamente? Ich will dich doch nicht quälen, ich will dir nur helfen.
Verzeihung. Du bist kein Quäler. Gib mir, was ich brauche.
Gibts noch was, was du mir sagen möchtest
Fahr zu Anja, da gehts dir gut. Ich komm klar

Ich finds erstaunlich, der Kleine liest meine Gedanken. Ursprünglich wollte ich nämlich zu Anja fahren, hab natürlich alles auf Eis gelegt wegen ihm.

11.10.2009
Keine weitere Abnahme, er versucht weiterhin, alles Mögliche zu fressen, Augen sehen etwas besser aus, obwohl ich ihm versprechen musste, diese brennende Tropfen erst einmal wegzulassen, bis Verdauung und Co wieder funktionieren. Er frisst schon ein wenig schneller und paar mehr und größere Kötel waren heute schon zusehen, die zwar immer noch nach Verstopfung aussehen, aber eine Besserung auf jeden Fall sind. Auch sitzt er seit Freitag Nacht öfters mal auf seinem Lieblingsast, bisher hat er scih unters Dach verkrochen. Alles in allem ein gutes Zeichen. Als er Freitag Abend dann im Flur während des Auslaufes mit seinen Zähnen die Schranktür öffnete, meinte ich nur noch zu ihm: "Also, wer mit seinen Zähnen Schranktüren öffnen kann, der kann auch Pellets fressen..." Samstag war er beim Auslauf schon wieder voll der Clown. War extra in den Garten meiner Eltern gefahren und hab die letzten Rosenblüten, Löwenzahn und paar frische Ästchen abgestaubt, mit Erfolg, er fraß besonders seine frischen Rosenblüten mit Wonne. Heute Morgen (Sonntag) habe ich gesehen, dass das Heu durchwühlt war. Vermutlich gingen auch schon paar Heuhalme. Er lehnt Apfel ab (scheint ihm noch zu brennen), aber Birne nimmt er. Auch lässt er sich wieder durchknuddeln. Augen noch ein wenig eitrig, naja, Montag gibts die Diagnose vom Abstrich. Dann schauen wir weiter. Für mich stand jetzt erst mal die Verdauung an erster Stelle.

15.10.2009 - Anruf Tierklinik
Befund Abstrich vom Auge (Entzündung) ohne Befund, nix bakterielles nachweisbar, weiterhin die AB-Augentropfen geben, wenn bis nächste Woche nicht weg, Tony wieder vorstellen. Konnte Tony heute auch dazu überreden, nachdem ihm die ja brannten und wir im gegenseitigen Einvernehmen diese absetzten, um erst einmal wieder Verdauung und Zähnchen in Griff zu bekommen. Heute lies er sich brav die Augentropfen verabreichen - mit der Aussicht auf Auslauf... Verdauung fast wieder normal, Gewicht ging insgesamt 30g runter, jetzt wieder langsam nach oben (von gestern auf heute 5g), Kötel wieder fast normal groß, Pellets fressen geht schneller, überhaupt ist er wieder voll das Kuscheltier - wie vor der Behandlung.

25.11.2009
Seit 3 Nächten werde ich öfters mal geweckt...wo ich mich früher drüber geärgert habe, genieße ich, diese Geräusche zu hören: Tony, mein Zähnchen, nagt und spitzt an, was ihm unter die Pfoten ähm Zähne kommt, stützt den Ast dabei am Gitter ab und schmeißt nach Zerkleinerung die Ergebnisse aus dem Käfig...wie in alten Zeiten. Gewicht pendelt zw. 720-730g, Augen seit 3 Tagen "fettig" drum herum, d.h. trocken, bis er sich den "Schlaf" aus dem Auge reibt, dann siehts fettig aus. Munter ist er wie schon lang nicht mehr - der rast nur noch so durch den Käfig, eine wahre Freude. Hoffe, es bleibt lange so.

13.12.2009
Einen Tag ist alles iO, dann wieder tränt es... Die Augentropfen von der TÄ machen alles noch schlimmer, denn die brennen ihm und er versucht sie rauszuwischen und sieht dann aus, als reißt er sich das Fell mit raus. Die Salbe von Michi ist noch die beste Alternative.

Angi hat eine neue Möglichkeit für die Ursache überlegt. Tony ist doch nach der Trennung von Louis immer wieder im Schlaf vom Ast gefallen, wie Gleichgewichtsstörungen. Evlt. hat sich dadurch der Kieferknochen verschoben, wenn er da vielleicht raufgefallen ist. Dann könnte es Schübe geben, die eben diese Probleme verursachen. Angi und ich haben beschlossen, dass, falls er noch mal zum Zahnarzt muss, dann auch das Röntgen gemacht wird. Bis dahin ist er mein zweites rund um die Uhr bewachte Chin, wird jeden Tag gewogen, sein Futternapf auch, Tränenkanal massiert und jetzt bekommt er (ergab sich im Telefonat mit Angi) Calzium phosphoricum als Schüsslersalz. Die Theorie ist, dass ihm Calzium fehlt, denn die oberen Zähne sind quietschorange, die unteren hell.

01.01.2010
Tonys Auge ist mal trocken, mal feucht, mal das zweite Auge auch, dann wieder alles trocken. Er hat nochmal etwas Gewicht verloren, pendelt jetzt zwischen 700 - 710g. Nun ist sein Problem, dass er schon immer Gewichtsschwankungen hatte, nur ich werde langsam panisch, dass es wieder los geht mit Zahnproblemen. Auf der anderen Seite ist er fitter und mobiler wie bisher bekannt; der flitzt mit einer Energie durch den Käfig, wenn ich nicht aufpasse, entwischt er mir für einen Freigang und beschäftigt sich lange mit seinen Ästen. Ein aktuelles Video möchte ich hier mal veröffentlichen.

Tony bei der Arbeit

Tony nach der Arbeit

04.01.2010 - 2. Zahnbehandlung
Heute war Tony beim Tierarzt - bei minus 6 Grad. Er saß im Transportkäfig, dieser wurde umhüllt mit einer Mikrofaserdecke und dieses Paket kam dann in eine große Metro-Einkaufsklappbox, weil die keine Löcher hat, wo es ziehen könnte. Oben drüber noch eine Decke, damit das Tier 100% verpackt war. Im Auto selbst Klima nur auf 20Grad eingestellt, damit die Unterschiede nicht noch größer sind. Auto wurde vor die Haustür gefahren, beim Tierarzt von Tiefgarage direkt in Praxis. Dort über eine Stunde Wartezeit - naja, Chefbehandlung eben.

Tony hat sich in seiner Box derart aufgeregt, dass er sie am liebsten zerlegt hätte. Die Leute sahen ja nur die quietschgelbe Metrobox, die sich bewegte und Krach machte...selbst Mops, Dackel und Co schauten auf die Box. Irgendwann nahm ich ihn dann raus auf den Arm und dann war er ruhig. Als Tony dran war, ich dem Arzt erzählt hatte, was bisher gemacht wurde, saß Tony schon recht fertig in der Box, was natürlich nicht besser wurde, als die Schwester ihn gehalten hat und der Tierarzt mit dem Maulspreizer kam. Wenigstens durfte ich dabei bleiben und dem Doc bei der Arbeit über die Schulter sehen. Die Mundschleimhaut oben am mehr tränenden Auge war verletzt und dort saß eine dicke Zahnspitze. Auf der anderen Seite auch und außerdem wurde zwischen Mundschleimhaut oben und Zahnreihe eine lange Kante abgehobelt. Die Diagnose der ersten Tierärztin, dass die Backenzähne unten in Höhe der Schleimhaut stehen, bezweifelte ich bei diesem Anblick an, was mir der Tierarzt auch sofort bestätigte. Ansonsten - vom Anblick her - meinte der Doc, dass die Zähne keine sichtbare Anomalie aufweisen, sehen aus, wie sie aussehen müssen. Ein Röntgen mit einer verbundenen kurzen Gasnarkose hielt er in dem Zustand, wie sich dieses Häufchen Elend nach der Zahnbehandlung befand, für zu riskant. Tonys Ohren glühten, er hing nur noch bei mir auf dem Arm und atmete schwer - ich verstands in dem Moment. Doc meinte, wenns schlecht läuft, sehen wir uns in 3 Monaten wieder, evtl. packt er es aber von alleine.

Im Auto und Zuhause dann hing er da mehr tot wie lebendig, bis er dann knapp eine Stunde später seinen Käfig anfing zu zerlegen. Ich gab ihm einen Ast rein, den er mir in Biber-Manier zerlegte. Das ging vielleicht eine Stunde, dann wurde die Atmung schwerer, das Tier ruhiger, Frauchen innerlich panischer. Zwischendurch bekam er Rescue-Bachblüten. Immer wieder rieb sich Tony mit der Pfote über das Nasenloch des weniger tränenden Auges und da kam auch feuchter Atem raus. Tonys Blick wurde mit einem Mal so was von matschig - nein, ich habe kein Foto gemacht - der sah aus, wie wenn unsereiner richtig doll verquollene Augen hat. Theo und Taps sahen ständig zu Tony rüber. Die müssen gespürt haben, dass da was nicht stimmt.

Danke an Michi an dieser Stelle, der ich dann abends spät noch ein Ohr abkauen durfte, da ich nicht mehr wusste, was ich nun tun sollte. Kannst dir ja denken, dass ich die halbe Nacht Wache schob und bei ihm letztlich im Wohnzimmer schlief.

05.01.2010
Heute Morgen dann sah Tony immer noch verquollen aus, aber nicht mehr so schlimm. Als ich das Dach des Käfigs abnahm, kam er mir tapsig wackelig entgegen. Beide Augen sind verklebt, obwohl ich denke, dass er ständig mit den Pfoten da dran war, was auch in meiner Gegenwart nicht aufhörte. Die Nase ist noch feucht, dieses nasse Geräusch beim Atmen ist leiser und wurde nur noch bei Anstrengung lauter. Die Ohren haben eine normalere Farbe, aber gefressen hat er nicht wirklich was. Auch, wenn ich es nicht sollte, so war es mir im Moment lieber, er frisst irgendwas (ein Stückchen Apfel und ein paar Kräuter ging rein), um den Darm in Gang zu setzen, als darauf zu hoffen, dass er das Heu nimmt, wobei er mir 2,3 Hälmchen weiches Heu abgenommen hat und 2g Pellets fehlten. Natürlich hat er sich wieder mit allem gewehrt, um auch nur einen Krümel Critical Care u.ä. aufzunehmen, was mir aber schon klar war, war nach der ersten Behandlung nicht anders. Der macht einfach das Mäulchen dicht und nichts geht rein. Einen einzigen frischen kleinen Kötel bekam ich zu sehen.

Abends wurde es noch richtig hektisch hier. Gefressen mehr oder weniger, wenn ich es ihm persönlich anbot, Gewicht nachmittags 695g - also 10g weniger wie vor der Zahnbehandlung. Kötel klein, aber welche da, nur Tony sah mich noch immer so matschig an. Das eigentlich nicht tränende Auge war dick, rot, zu, vereitert und permanent die Pfote im Auge. Ich hab ihn nachmittags rausgeholt und unter Licht gehalten - nichts gesehen für den Grund. Das wässrige Atmen war noch da, wenn auch leiser und er sabberte weiterhin unterm Kinn auf dieser Seite. Was ist los, Tony? Außer "ich hab Schmerzen, lass mir Zeit, ich will nicht gefüttert werden, ich fresse abends selbst" kam nichts von ihm (oder ich verstand es nicht). Also wieder zurück in den Käfig, Futter vor die Nase und er fing tatsächlich ein wenig an zu fressen. Stunde später wieder probiert (Frauchen kennt ja dabei kein Pardon). Und nun? Ich sah unterm dunklen Käfigdach irgendwas auf Tonys Auge. Also raus den kleinen Kerl ins Bad unters Licht...ach du Scheiße - was bitte ist da auf dem Auge? Es sah aus wie ein ca. 2mm großes Stückchen Holz - ob von den Holzpellets oder den Ästen keine Ahnung. Euphrasia getropft, viel, in der Hoffnung, der Fremdkörper schwemmt sich aus dem Auge, aber nix passierte. Also Wattestäbchen getränkt, erneut probiert...nix passierte. Ich bekam das einfach nicht aus dem Auge. Es befand sich direkt mittig vom Auge. Also Tony in die Box, wieder alaskamäßig eingepackt, ab ins Auto. Diesmal gings nicht mit vorheizen, also Jacke ausgezogen und auch noch rüber über dem Käfig (besser Frauchen bekommt einen Schnupfen als Tony) und ab zum Tierarzt. Diesmal war der Chef nicht da, aber das war in dem Moment egal. In der Praxis hat mich gleich die Schwester vom Vortag wiedererkannt und dann ging alles ganz schnell. Auch der Arzt hat nicht geschafft, den Fremdkörper aus dem Auge zu bekommen, erst als er Tonys Auge betäubte. Danach gabs Salbe rein. Tonys Bindehaut war nur noch eine rote Masse, zum heulen. Fast sofort nach der Behandlung war das wässrige Geräusch weg. Dass der kleine Kerl mit diesen Schmerzen überhaupt gefressen hat, sich nichts anmerken lies??? Ich vermute nämlich, dass dieser Unfall bereits am 4.1.2010 passiert ist, vermutlich, als er seine Box umpflügte. Am Abend des 4.1.2010 waren ja beide Augen derart verquollen, sodass Michi durch meine Beschreibungen auch auf Erkältung tippte, was ja zum wässrigen Geräusch passte. Als dieses Geräusch dann auch leiser wurde, ging ich davon aus, es ginge ihm besser. Ich konnte doch sowas nicht ahnen!!! Ich habe noch Fotos gemacht, ca. 1 Stunde, bevor der Fremdkörper bei ihm sichtbar wurde...da sah man Matschauge vereitert und ganz klein, fast zu.

06.01.2010
Heute Morgen sah das Auge zwar noch klein, aber größer als gestern aus, nicht mehr vereitert, rot, nass, weil er ständig die Pfote drin hat. Hab schon geschimpft, dass er seinen Sand erst wieder bekommt, wenn das Auge wieder ok ist und er dies hinaus zögert, wenn er ständig mit der Pfote drin rum wischt. Es scheint wohl zu jucken oder so. Na jedenfalls wirkte das Auge heute Abend schon wieder etwas besser, so dass ich Hoffnung habe, wenn die Pfote mal raus bleibt, dass es sich wieder erholt. Das Schwarz sieht klar aus. Das mit dem Fressen klappt noch nicht so, aber ich schiebe das momentan auf die Schmerzen, die er noch hat (eigezogene Hoden), allerdings frisst er einiges aus der Hand, immerhin 2 Michi-Zahn-Pellets gingen auch schon rein. Ich denke, durch die Augengeschichte dauert die Genesung einfach ein wenig länger, was ja auch verständlich ist. Werde mal sehen, ob ich ihn heute Abend zu einem kleinen Auslauf überreden kann, damit seine Verdauung in Schwung kommt.

Tony ist abends noch paar Mal stiften gegangen, als ich die Käfigtür aufgemacht hab, aber nicht weit gekommen, weil ich ihn wieder eingesammelt hab. Heute, als ich gegen 17 Uhr nach Hause kam, stand er schon parat an der Tür, hatte ich ihm doch heute Morgen versprochen, er darf laufen. Er ist dann auch gelaufen und hochgehopst vor guter Laune. Seine Sabberstelle unterm Kinn ist fast trocken, aber das Fell leicht verkrustet. So richtig abbekommen habe ich es nicht, zumal er ja derzeit nicht baden darf. Das Auge ist wieder ein Stückchen mehr auf und sieht nicht mehr so stark gerötet aus. Alles in allem ist er mir absolut nicht mehr böse, sondern eher im Gegenteil: er genießt, wie es ihm Stück für Stück wieder besser geht.

09.01.2010
Tony hat heute Mittag mit 709g das (Start-)OP-Gewicht mit 9g überschritten. Somit sind die 20g Verlust mit 30g Zugewinn aufgeholt. Er frisst ausreichend Heu und Pellets, wobei ich die Pellets mit den Zahnpellets von Michi gemischt habe und Tony immer mehr zu diesen greift, freu. Wenn das so weiter geht, wird Michi wohl bald seine Hoflieferantin werden... Tonys Fremdkörperauge ist noch nicht ganz groß wie vor allem, aber es geht so. Die Entzündung klingt ab, die Rötung ist fast weg, aber laut seiner Aussage tuts ihm noch weh. Problem ist, dass er sich oft versucht, auf den Brettern zu drehen, weil da vielleicht noch ein Krümel Sand drauf liegen, obwohl ich allen Sand im Käfig abgefegt habe. Daher habe ich ihn gestern Abend während des Auslaufes in 3 Krümel Sand ganz kurz baden lassen, um auch besser zu sehen, was ist nasses und was ist "nur" fettiges Fell. Das war ja nach 1 Woche Sandverbot kaum mehr erkennbar. Dass er es genossen hat, brauche ich ja nicht zu erwähnen. Und dass dies nicht unbedingt heilungsfördernd war, wohl auch nicht, aber dieses Risiko bin ich aufgrund der Gesamtverfassung von ihm eingegangen.

Resümee:
Ich habe ihm von Anfang an nach der Zahn-OP quasi prophylaktisch pro Tag eine halbe Tube Bene Bac gegeben - was sich bezahlt gemacht hat, denn er hatte diesmal zwar kleinere Kötel, aber dafür dauerhaft, nicht wie beim ersten Mal, wo nichts mehr kam.

Dieses langsame Fressen, die lauten Geräusche beim Fressen und dies laaaaange Zeit, als wenn irgendwas nicht passt, war dieses Mal überhaupt nicht da. Auch war Tony von Anfang an nach der OP schneller wieder besser drauf. Ich bin davon überzeugt, wenn das mit dem Fremdkörper im Auge nicht noch dazu gekommen wäre, hätte er noch viel schneller begonnen, Pellets und Heu zu fressen und hätte noch weniger abgenommen.

06.02.2010 - 3. Zahnbehandlung
Nachdem Tony in der Nacht von Mittwoch zum Donnerstag das Fressen von Pellets eingestellt hat und weiter abgenommen hatte, trotzdem munter und energiegeladen war und seinen Auslauf einforderdernd. Ich besorgte ihm feines, grasähnliches Heu, welches er fraß, na, wenigstens was. Donnerstag Abend fragte ich ihn, was los sei. Eine Zahnspitze auf der Seite, wo er die Augenverletzung hatte. Ok. In der Tierarztpraxis angerufen, Tierarzt für 2 Wochen im Urlaub, Empfehlung nur noch 2 Stunden da, dann erst wieder Montag Nachmittag...tja, und dann ging alles ganz schnell...2 Spitzen entfernt, eine oben unter der damaligen Augenverletzung, eine genau auf der gegenüberliegenden Seite oben - beide zeigten Richtung Mundschleimhaut außen. Die Schleimhaut unter dem Ex-verletzten Auge war bereits verletzt. Denke mal, durch die 2 Wochen permanentes Gesabber und das vereiterte Auge konnte er sicher nicht richtig fressen. Er fraß ja auch etwas langsamer als normal. Tony soll die nächsten 3 Tage 0,07ml Baytril gegen die Entzündung bekommen. Allerdings bemerke ich jetzt nach der 2. Eingabe knallrote Ohren und frage mich, ob eine Unverträglichkeit vorliegt. Was mich auch geschockt hatte, war, dass mir NICHT erklärt wurde, dass ich Bene Bac gleich mit dazu geben soll, weil Baytril die Darmflora außer Gefecht setzt. Als ich meinte, dann nehme ich Bene Bac gleich mit dazu, kam keine Regung... Heute nach Nebenwirkungen gegooglet, werde ich auf die 3. Gabe von Baytril lieber verzichten.

Tony frisst ein paar Kräuter, Kamille, getrocknete Birne, aber weder Heu noch Pellets. Gestern ging noch frischer Apfel rein. Kötel klein, aber noch welche da. Bauch weich.

07.02.2010
Also, ich muss sagen, dass es diesmal echt schwierig war, Tony für Futter zu begeistern, vermutlich durch dieses AB. Da war ich froh, dass er irgendwas genommen hat, um ihn nicht der Zwangsernährung zu unterziehen.

Jetzt hab ich die ersten Kötel gesehen und er hat schon am Heuhälmchen geknabbert - gaaanz vorsichtig. Pellets rührt er noch nicht an. Aber er hat gestern Abend begonnen zu trinken und das ist bei ihm ein Zeichen für vorsichtig Däumchen nach oben. Wenn er jetzt ausgeschlafen hat, gehts wieder raus. Das scheint seiner Verdauung gut zu tun.

08.02.2010
Dieses Mal wollte Tony noch nicht mal seinen heißgeliebten Löwenzahn, Gänseblümchen, Birne getrocknet...der hat mich angesehen und hats weggeschmissen. Keine Rose - ob frische (hatte ich ja eingefroren) oder getrocknet, nix ging, auch weder getrocknete Pfefferminze noch frische. Brennessel und Echinaceablätter waren das einzige. Er hatte Samstag ab nachmittags alles eingestellt: kein Appetit, Schmerzen, bestellte sich frische Äste. Bin dann noch los durch div. Zooläden und frische Weide klauen. Das war dann abends echt das einzige: der hat die frischen Knospen abgekaut und der "Rest" lag rum. Vor lauter Verzweiflung gabs dann Haferecken, deine Birne, Haferflocken, Weizenflocken (nix sagen, ich weiß es selber). Habe ihm alles nacheinander vor die Nase gehalten und gebettelt. Dann hab ich ihn mir gegriffen und noch mal ne Stunde laufen lassen. Selbst beim Auslauf hab ich ihm immer weider was in die Schnute stopfen wollen...erfolgreich in winz-Mengen.

Heute Morgen (Montag) war das Heu fast alles wegeputzt (hatte ihm noch das weiche Heu von Speidel geholt), die Pellets lagen unangefasst. Aber er hatte heute Morgen 10g mehr auf den Rippen als am OP-Tag. Vermute mal, da liegt noch was im Darm rum. Kötel aber wieder größer, zwar hart und noch nicht optimal, aber er kötelt und trinkt. Heute Abend gehts wieder auf große Tour - das wird schon wieder.

09.02.2010
Hey, der Kleine ist erstaunlich oder meine Waage ist kapputt (aber Butter wiegt exakt 250g dadrauf). heute Morgen waren es 690g... Viel Heu gefressen, 4g Pellets fehlten, der Apfel ging grad richtig gierig schnell MIT SCHALE rein, er wirkt sehr munter, quiekt, freut sich, hopst in die Luft...einfach nur schön, ich heul dem regelmäßig vor Rührung was vor. Das einzige, was nicht geht, ist getrockneter Apfel, getrocknete Birne geht schon wieder. Denke mal, der hat vorne vielleicht noch von der Spreizung Schmerzen.

06.04.2010 - 4. Zahnbehandlung
Tony hat seine 4. Zahnbehandlung gestern Abend recht gut überstanden. Tony gings jetzt über Ostern von Tag zu Tag immer schlechter und es gingen komischerweise halbe Haferecken noch, in mm Größe geschnittene Rosine und frische Triebe der Weide und so komische Pellets vom Fressnapf zumindest noch bis gestern Nacht. Mehr nicht. Hab noch nie ein Chin mit so viel Süß gefüttert, aber immer noch besser als leergelaufener Darm.

Der Doc scheint echt ein Händchen dafür zu haben, Behandlung ging recht fix und ohne große Aufregung für Tony, Frauchen durfte auch wieder dabei bleiben. Entfernt wurden wieder auf jeder Backenzahnseite oben je eine Spitze, die sich nach außen bohrte, aber noch nicht die Mundschleimhaut verletzt hatte. Tony stellte Samstag so ziemlich ganz das Fressen ein, sabberte wie ein Wasserfall (er sabberte am 29.3. für einen einzigen Tag und ich dachte noch, es lag an der Flasche) und mir war es dann irgendwann egal, WAS da ins Tier rein kommt, Hautsache irgendwas geht. Der hat glaube noch nie in seinem Leben eine derartige "Überdosis" von Haferecken, auf 1mm Größe geschnittene Rosinen, die komischen Vitaminpellets von Trixie, die ich mal für Theo geholt hatte, bekommen, wie in den letzten Tagen, frische Triebe an der Weide - anderes ging nicht, Trinken nur, wenn ich ihm die Flasche hingehalten habe. Gewicht zum Schluss bei 645g, knöchrig wirkend, Verdauung ab und an ein einzelnes Kötelchen von 1-2mm Größe, aber noch immer durch den Käfig gelaufen, allerdings mit Kreislaufproblemen.

Witzig war, als ich mit Tony vom Tierarzt kam, saßen Theo und Taps auf ihren Ästen - völlig ungewohnt zu dieser Uhrzeit. Tony saß noch auf der Couch in der Box, weil ich seinen Käfig noch Kötel-mäßig reinigen wollte, um besseren Überblick zu haben, was neu kommt. Da fing Taps an zu kontakten und kontakten. Denke, was ist nun? Zu dieser frühen Stunde, völlig ungewohnt. Tja, bis Tony antwortete. Dann wars ok und Taps ging wieder schlafen.

Über Nacht hat er an einzelnen Kräutern genagt und langen Auflauf bekommen, da wurden schon wieder Schranktüren geöffnet und ich als Klettergerüst gebraucht. Heute Morgen lagen paar Kötel von 3mm Größe drin, Muttis Apfelmuss ging ins Tier, Bene Bac eh, etwas getrunken, Gewicht 647g und er macht einen absolut fitten Eindruck. Heute Morgen um 5 Uhr gabs Auslauf. Tony lässt sich streicheln ohne Ende - noch mehr, als eh schon. Voll das (dankbare) (Kuschel-)Tier. Bin heute Zuhause und halte ihm immer mal wieder Futter unter die Nase und lasse ihn laufen.

08.04.2010
Tony hab ich gestern zum Tageschin gemacht, soll heißen, der lief alle paar Stunden durch den Flur - mit dem Erfolg, dass seine Verdauung wieder angefangen hat zu arbeiten. Muss mal bei Gelegenheit die Winzteile einscannen...wenns euch interessiert.

Er ernährt sich derzeit von Muttis Apfelmuß, Blätter der Echinacea, Brennnesselblätter, Himbeerblätter und getrockneter Birne. 2 Pellets hab ich ihm in die Schnute stopfen können, die er laaangsam mümmelte. Ebenfalls gingen wohl über Nacht paar weitere Kräuter und einzelne Heuhälmchen vom Speidelheu. Getrunken hat er auch und macht generell einen recht fitten Eindruck. Das Sabbern war in leichter Form gestern noch erkennbar, heute Morgen war alles trocken - abwarten, was mich nach Feierabend erwartet.

09.04.2010
Tony hat gestern vor meinen Augen! 5g Pellets geknackt, über Nacht weitere 5g. Vom Speidelheu ging auch schon was. Was er besonders liebt sind die frischen Triebe an der Weide. Leider verschmäht er meine Petersilie. Obs die falsche Sorte ist? Bin extra weit gefahren, um ihm ein Bio-Töpfchen besorgen zu können. Nun ja, nun freuen sich die anderen darüber. Dafür frisst er jetzt gerne frische Pfefferminze. Ich habe den Eindruck, die Geschmäcker verändern sich nach jeder Behandlung - außer seine Echinaceablatt-Vorliebe. Meine Eltern haben schon eine weitere Pflanze für den Garten gekauft...grins.

Gestern hatte er wieder mehr an Gewicht als vor der Behandlung, vielleicht liegt ja noch was im Darm rum...Die Kötel haben wieder fast Normalgröße erreicht, sehen aber total schwarz aus. Er sabbert noch etwas, aber Angi meinte, beobachten, kann noch normal sein. Will ja nicht annehmen, dass er so schnell noch mal hin muss, denn er macht ja riesige Fortschritte bei seiner Ernährung.

05.05.2010 - 5. Zahnbehandlung
Nachdem ich gestern ihm extra VOR Buchung meines Kurzurlaubes noch unters Kinn geguckt hab und alles trocken war, ich mir zwar schon seit einer Woche Gedanken gemacht, dass er nur noch max. 10g Pellets in 24 Stunden fraß, bekam ich dann am Abend meine Überraschung serviert - Tony sabbert und wischt sich das Mäulchen. Ich konnte beim Tierarzt noch jemanden erreichen und durfte heute mit Tony in der Praxis erscheinen. Wir mussten dann eben eine Lücke zwischen Operationen abwarten, denn Tonys Doc ist heute den ganzen Tag als Operateur beschäftigt und hat eigentlich gar keine Sprechstunde. Die Behandlung ging sehr schnell, die “üblichen”Spitzen bei ihm abgeknipst, ab in die Box und nach Hause.

Er wirkte aber nach der Behandlung recht fitt. Tony hats echt gut vor mir verborgen, denn seine Spitzen hatten schon ne kleine Entzündung in der Mundschleimhaut verursacht. Er wollte, dass ich fahre und hat deshalb nichts gesagt...naja, bis es dann nciht mehr für ihn ging. Hab mit ihm "geschimpft", weil ich ihn als wichtiger einstufe als die Fahrt und entweder packt er es bis Samstag oder ich bleibe Zuhause.

06.05.2010
Tony ist diesmal fitter als die Male davor...Gewohnheit? richtige Pflege gefunden? Seine Verdauung ist zwar wenig und klein, aber bislang funktioniert sie noch. Am Abend vor seinem Termin hat er von mir Sab Simplex bekommen und siehe da, auch, wenn man ihm nachsagt, bei Blähungen zu wirken, scheint es auch vorbeugend den Darm zu schmieren. Außerdem bekommt er Bene Bac, welches er freiwillig nimmt. Getrunken wird nur, wenn Frauchen Flasche hält. Warum er so auf die Blätter von Echinacea steht, weiß ich nicht, aber auch diesmal ists wieder so, ist das Einzige neben Haferflocken, was rein geht. Er darf viel laufen und da ich ja Urlaub hab, wurde er heute Morgen schon wieder zum Tagchin gemacht und hab ihn laufen lassen. Er hopst durch den Flur, hopst durch den Käfig, ihm scheints richtig gut zu gehen. Er hat ja noch heute und morgen, um sich zu rappeln und wenn er weiter so gut drauf ist, packt er es auch, dass ich fahren kann.

07.05.2010
Tony hat über Nacht außer den Apfel alle noch rumliegenden Kräuter verputzt, ein paar Hälchen Heu wohl mal probiert (oder sich reingesetzt?), Pellets schmeißt er noch weg. Er trinkt sehr viel, Verdauung läuft und das Mäulchen ist trocken!!! Jep, ich kann meinen Kurzurlaub antreten.

11.05.2010
Wieder zurück. Tony wurde gut gepflegt während meiner Abwesenheit. Wiegt wieder 650g und frisst schon wieder ca. 10g Pellets und viel Heu.

Hier mal ein paar aktuelle Fotos aus Mai 2010:























Tony hopst auf Schrank

Tony macht Tür auf