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Teil 2 Zahntagebuch

Die Fortbewegung

Die Augen

Die Zähne

Die Ohren

Die Verdauung

Die Barthaare

Das Fell

Geschlechtsbestimmung

Die Nase

 

HinterpfoteDie Fortbewegung
Ich sage ja immer ganz gerne, die Fortbewegung des Chinchillas ist eine Mischung zwischen Hase und Känguruh. Die Hinterbeine sind ebenso kräftig entwickelt, wie bei den beiden, während die Vorderpfoten mehr nur eine Greif- und Stützfunktion übernehmen. Wenn Sie sich die Unterseite der Hinterfüße anschauen, wird es auf Sie wirken, als hätte Ihr Chinchilla Sportschuhe an. Die Gnubbel, die aussehen wie Gummipuffer, sind dazu da, dass es sich auch in rutschigen Gegenden, in der Heimat auf Felsen, fortbewegen kann.

Aus dem Stand heraus ist ein Chinchilla fähig, bis zu einen Meter hoch zu springen. Eigentlich könnte ein Chinchilla bis zu zwei Meter weitspringen, aber wer hat schon so viel Platz in seiner Wohnung? In freier Natur ist das für die Tiere jedoch von großem Vorteil. Leidenschaftlich gerne springt das Chinchilla an die Wand und dreht während des "Fluges", um eine andere Richtung einzuschlagen.

Der Schwanz dient dem Chinchilla dabei als Steuer- und Ruderinstrument. Er gleicht während des Laufens und Springens seinen Körper aus.

ZaehneT-Nagestunde1 Die Zähne
Chinchilla haben lange und wurzellose Schneidezähne, die genau wie die Backenzähne ständig nachwachsen und darum ständig durch Äste, hartes Brot o.ä. vom Chinchilla selbst "abgeschliffen" werden müssen. Die Farbe des Zahnschmelzes ist Dunkelorange, wenn er gesund ist. Pellets kauen bringen dem Chinchilla den Längsabrieb; Heu zermalmen den Querabrieb der Backenzähne. Fällt eines eine zeitlang aus, z.B. durch Krankheit oder Verletzung der Mundschleimhaut o.ä., bilden sich Zahnspitzen. Diese müssen vom Tierarzt - meist unter leichter Gasnarkose - abgeschliffen werden. Nicht wenig häufig bilden sich sogenannte Brücken über die Zunge. Dies sind Zahnspitzen an den Backenzähnen, die auf der Innenseite liegend diese Brücken bilden. Ebenso möglich sind zu lange Schneidezähne, die im schlimmsten Fall den Tränenkanal durchstoßen können. Das sind höllische Schmerzen und diese Tiere sollte man so schnell wie möglich erlösen.

Chinzahn Dies ist ein Chinchilla-Vorderzahn. Er ist ca. 2 cm lang. Was Sie am Rand noch farblich sehen können, ist eingetrocknetes Blut. So können Sie erkennen, wie weit ein Chinchillazahn im Kiefer des Tieres steckt.



Foto ausgezogener Chinchillazahn mit freundlicher Genehmigung von Nadine.

VorderpfoteDie Verdauung
Der Verdauungstrakt ist nur auf karge Nahrung ausgelegt. Deshalb wird es schnell Probleme bekommen, wenn Halter hergehen und die Tiere falsch füttern. Chinchillas naschen gerne, in Maßen ist es auch o.k., sozusagen mal ein Leckerli. Übertreibt man es, kann es in sehr schweren Fällen sogar bis zum Tod kommen.

Der Darm des Chinchillas ist ca. 3 Meter lang. Das zeigt, wie lange die Nahrung für den Weg nach draußen benötigt. Das Chinchilla benötigt daher ständig Heu und Peletts als Hauptnahrungsmittel, weil genau dies am besten zu verwerten ist.

Ab und zu frisst das Chinchilla seinen eigenen Kot. LASSEN SIE IHN DIES TUN. Darüber wird der größte Teil des Vitamin B- und K-Haushaltes befriedigt.

FellDas Fell
Die Härchen des Chinchillas sind ca. 3 cm lang und wachsen in Büscheln von bis zu 60 Härchen aus einer Wurzel.

Vor Kälte und Wind kann sich das Chinchilla in seiner Urheimat wunderbar schützen, aber das Fell darf nie nass werden. Das Chinchilla besitzt keine Talg- oder Schweißdrüsen, dadurch würde das Fell sofort verkleben. Wird das Chinchilla trotzdem einmal nass, sollten Sie es vorsichtig abtrocknen und es sehr vorsichtig fönen (auf kleinster Stufe). Anschließend kämmen Sie es, damit das Fell weniger Gelegenheit hat, zu verknoten.

Die Augen
Mit den riesigen runden Augen kann das Chinchilla zwar fast nicht räumlich sehen, aber da sie sich leicht hervorstehend seitlich am Kopf befinden, kann es prima nach hinten oder nach oben schauen. Auseinanderklaffende Aussagen gibt es darüber, wie gut ein Chinchilla überhaupt sehen kann. Wenn ich meine so beobachte, möchte ich behaupten, dass alles, was quasi fast vor ihren Nasen passiert, nicht oder zu spät gesehen wird, dagegen alles, was weit weg ist, sehr gut wahrgenommen wird. Eines fällt mir nämlich auf: Sie rennen einfach drauf los, ohne Angst zu haben, aber wenn mal ein Sitzbrett an einer anderen Stelle wieder angebaut wurde, springen sie ins Leere, als würden sie es nicht sehen.

Schaut der Tierarzt dem Chinchilla ins Auge, können Sie erkennen, dass die Linse von der Form her einem Alligator gleicht.

Manchmal sitzt dem Chinchilla auch der Schelm im Nacken. Können Sie etwas blaues am Auge erkennen, können Sie sicher sein, dass Ihr Chinchilla gleich wieder etwas ausheckt.

OhrenDie Ohren
Die meist riesigen Ohrmuscheln kann das Chinchilla gut bewegen. Es hat ein hervorragendes Hörvermögen. Außerdem übernehmen die Ohren aufgrund der guten Durchblutung die Temperaturregelung.

Die Barthaare
Als nachtaktives Tier ist das Chinchilla auf die langen Tasthaare angewiesen, denn sie dienen zur Orientierung für unbekannte Gegenstände. Sie ertasten quasi damit die Länge und Breite. Zusammen mit dem sehr gut ausgeprägten Geruchssinn und dem immer stattfindenden Probebiss findet die Untersuchung von allem neuen statt.

Nase1Die Nase
Chinchillas verfügen über einen sehr ausgeprägten Geruchssinn. Das können Sie leicht einmal testen, indem Sie ihnen Ihren Finger an die Nase halten, mit dem Sie vorher beispielsweise Zwiebeln oder ähnliches angefasst haben. Es wird schnellstens flüchten. Deshalb kommt es oft vor, dass Chinchillas bestimmtes Futter nicht anrühren, weil es nicht Chinchilla-gerecht riecht. Dann wird es erst gar nicht gekostet.

Geschlechtsbestimmung
Männchen (linkes Foto):
Der Penis ist hier wohl das deutlichste Erkennungssignal. Spatestens wenn sich das Chinchilla putzt und säubert, wird sehr deutlich gezeigt, dass es ein Männchen ist, denn sein bestes Stück wird sehr akribisch gesäubert. Ist das Tier bereits geschlechtsreif, können Sie ganz deutlich hinter dem After die Hoden (halbrund) erkennen.

Weibchen (rechtes Foto: Die Chinchillaweibchen haben einen Harnröhrenzapfen, der zwar auf dem ersten Blick Ähnlichkeit mit einem Penis haben könnte (im ruhigen Zustand), jedoch ist der Abstand zwischen Harnröhre und Vagina viel kleiner als bei einem Männchen. Und dies ist der große Unterschied dabei.
Foto weibliche Geschlechtsbestimmung mit freundlicher Genehmigung von Nadine.